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KAPITELWAHL

DER ÄRGERMACHER (Deutschland 2003)

von Stefan Mader

Original Titel. DER ÄRGERMACHER
Laufzeit in Minuten. 83

Regie. STEFFEN JÜRGENS . BETTINA SCHÖLLER
Drehbuch. SVEN BOHSE . STEFFEN JÜRGENS
Musik. THOMAS MEHLHORN
Kamera. PHILLIP PFEIFFER
Schnitt. RAIMUND BARTHELMES . ROMAN DEPPE . SEBASTIAN MARKA
Darsteller. STEFFEN JÜRGENS . KATHRIN KÜHNEL . HANS PETER HALLWACHS . HUSSI KUTLUCAN u.a.

Review Datum. 2006-01-19
Erscheinungsdatum. 2005-10-31
Vertrieb. BOHEMIA FILMKUNST

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH . FRANZÖSISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Wie in den Film integrierte Ausschnitte aus der TV-Ermittlungsserie "X&Y" beweisen wird Deutschland im Jahr 2001 von einem skrupellosen Verbrecher in Atem gehalten: Jochen Anthrazit (Jürgens), seines Zeichens ebenso erfolg- wie talentloser Schriftsteller und Kulturterrorist mit einem gewissen Faible für Bergziegen.
Da sämtliche renommierten Verlage das Manuskript seines autobiografisch angehauchten Romans "Note 6" ablehnen, stiehlt er die Gebeine Franz Kafkas aus dessen Grab und will damit von der deutschen Bundesregierung ein Lösegeld von 250.000 Mark und die Publikation seines Buches in einer bescheidenen Auflage von 150.000 Exemplaren erpressen. Da er nebenbei auch noch Knochen Robert Musils und Hermann Hesses in seinem Besitz hat gründet Kommissar Kosack (Hallwachs) die SOKO Siddharta, um Jochen A. das Handwerk zu legen. Dieser wiederum begeht, einmal auf dem Pfad des Verbrechens, auch weitere Straftaten – so überfällt er gemeinsam mit einem Komplizen die örtliche Filiale eines Elektronikkonzerns, wo er die aus Tschechien stammende Theaterangestellte Ester Vilar (Kühnel) als Geisel nimmt. In ihr sieht er eine potenzielle Muse und er bezieht sie sogar in seine Zukunftspläne mit ein, als Marcel Reich-Ranicki mit einer über Megaphon verlautbarten vernichtenden Kritik über Anthrazits Manuskript die Lösegeldübergabe platzen lässt und Jochen somit neue Pläne schmieden muss. Allerdings kommt es bei seinem letzten Coup zu Komplikationen, die Polizei ist ihm auf den Fersen und die Situation beginnt zu eskalieren.

Obwohl Optik, Sprache und natürlich Titel der "X&Y" -Sendung zunächst einmal AKTENZEICHEN XY UNGELÖST auf die Schippe nehmen sind die Zielscheiben des Filmes bei näherer Betrachtung vornehmlich in der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit zu finden. So thematisiert der in schwarz-weiß gedrehte Film zwar schon vorher existente, in den letzten fünf bis zehn Jahren jedoch massiv erstarkte Phänomene wie mediale Sensationsgier und Popularitätssucht gewöhlicher Leute, wie sie sich in allen möglichen Container- und Superstarformaten auf penetrante Weise manifestiert.
Und doch erhebt DER ÄRGERMACHER – die Abschlussarbeit der Herrschaften Jürgens (Beteiligung an Buch und Regie, Hauptdarsteller), Heinze (Produktion) und Pfeiffer (Kamera) an der Filmakademie Baden-Würtemberg – nicht stets mahnend den Zeigefinger. Vielmehr unterhält die leicht mit Elementen der Screwball-Comedy versetzte Satire auch durch die bereits erwähnte Parodie auf AKTENZEICHEN XY (antiquierte Studiodeko, reißerische Wortwahl der Off-Stimme etc.), ebenso wie durch Anthrazits literarische Ergüsse und Beispiele seiner mit erstaunlichem Unvermögen gepaarten kriminellen Energie, womit bisweilen gar Slapstick-Ansätze einbezogen werden.
Eine kurzweilige Komödie, die auf verschiedenen Ebenen etwas zu bieten hat.

DVD.
Während der Stereoton ganz akzeptabel klingt weist das etwas körnige Schwarz-Weißbild immer wieder deutlich wahrnehmbare Verunreinigungen auf. Im Kontext des visuellen Stils des Films fällt das allerdings nicht sonderlich negativ ins Gewicht, da dadurch lediglich der antiquierte TV-Look unterstrichen wird.
Positiv ist das Menü des Silberlings anzuführen, welches ebenso wie das DVD-Booklet und die Homepage zum Film das "Akte Jochen A."-Design übernimmt und somit BLAIR WITCH-mäßig versucht, die Illusion von Authentizität aufrecht zu erhalten. Leider wurde hierbei jedoch verabsäumt, einen Kapitelindex zu inkludieren.
Als Bonusmaterial befinden sich neben dem Teaser zum ÄRGERMACHER und zwei weiteren Trailern auch "beschlagnahmte" (=geschnittene) Szenen, die manche Sprünge in der Kontinuität der Handlung verständlich machen, sowie die "7. Sondersendung zum Fall Jochen A." der "X&Y" -Serie. Schließlich ist auch der Kurzfilm DAS LEBEN DES C. BRUNNER enthalten, welcher uns an einem Bewerbungsgespräch auf der Toilette teilhaben lässt.








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