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KAPITELWAHL

BEYOND THE SEA (USA/Deutschland/Großbritannien 2004)

von Björn Eichstädt

Original Titel. BEYOND THE SEA
Laufzeit in Minuten. 114

Regie. KEVIN SPACEY
Drehbuch. KEVIN SPACEY . LEWIS COLICK
Musik. CHRISTOPHER SLASKI . BOBBY DARIN
Kamera. EDUARDO SERRA
Schnitt. TREVOR WAITE
Darsteller. KEVIN SPACEY . KATE BOSWORTH . JOHN GOODMAN . BOB HOSKINS u.a.

Review Datum. 2005-12-22
Erscheinungsdatum. 2005-12-08
Vertrieb. EUROVIDEO

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in meinen frühen Zwanzigern unzählige Mixtapes fabrizierte, um Bekannte und Freunde von der Qualität vergessener Musiker zu überzeugen. Vor allem in den USA gab es in den 50ern und 60ern viele Stars, die heute nahezu namenlos sind. Yma Sumac gehörte dazu, The Three Suns, aber auch Bobby Darin, dem der Charakterdarsteller Kevin Spacey mit BEYOND THE SEA ein filmisches Denkmal gesetzt hat.

Ein Biopic ist das Ganze. Oder vielleicht ein Biopic im Biopic, denn Spacey spielt Bobby Darin post mortem. Der inszeniert seine eigene Biografie - mit all ihren Facetten, krankheitsbedingten Schwierigkeiten und Fehlentwicklungen. Und Ambivalenzen. Denn Darin zur Seite steht sein Kindheits-Ich, das immer wieder die Tatsachen korrigierend eingreift. Das erinnert ein wenig an die Nachzeichnung der Lebensgeschichte des Medienmoguls Kane in CITIZEN KANE ohne auch nur im Ansatz die Größe des Orson-Welles-Epos zu besitzen. Auch BOOGIE NIGHTS, LARRY FLYNT oder BLOW schimmern immer wieder durch die bunte Oberfläche; Filme eben, die das kurvenreiche Leben ihrer Protagonisten über viele Jahre verfolgen. Doch deren Stärke erreicht BEYOND THE SEA nicht.

Bunt ist der Film, das schon. Und die Einlagen im Musical-Stil haben ihre Stärken. Vor allem Spacey lebt seinen Hang zum Tanz aus. Doch er klebt gleichzeitig zu sehr an seinem Protagonisten, erzählt die kleinen Episoden zu detailverliebt, ohne das große Ganze im Auge zu behalten. Weder entfernt er sich weit genug von Darin, um eine gute Story zu erzählen, noch bohrt er tief genug im Leben des Sängers und Komponisten, um ihn dem Zuschauer wirklich näher zu bringen. In einem Broadway-Theater hätte sich die Geschichte wahrscheinlich sehr viel besser gemacht. Auf Zelluloid ist sie auf Dauer leider nur ermüdend. Dass Spacey einen großen Entertainer reanimiert hat ist schön, doch als Film funktioniert BEYOND THE SEA trotzdem nicht. Wer mehr über Bobby Darin wissen will, der sollte sich lieber eine seiner großen LPs, etwa That's all, Things and other things oder Bobby Darin sings The Shadow of your Smile zulegen. Ein Mixtape von Kevin Spacey hätte in diesem Fall gereicht.

DVD.
Sound und Bild des Biomusicals kommen schön daher, vor allem die Songs klingen frisch und differenziert. Die Motivation Kevin Spaceys verdeutlicht das Making Of, das vor allem die Beziehung des Schauspielers zu Bobby Darin und seine Kindheitserinnerungen an den großen amerikanischen Club-Sänger beleuchtet. Ansonsten gibt's einen Trailer und das war's dann auch. Eine rundum schöne Veröffentlichung.








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