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KAPITELWAHL

SHERLOCK HOLMES' GRÖSSTER FALL (Großbritannien 1965)

von Hasko Baumann

Original Titel. A STUDY IN TERROR
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. JAMES HILL
Drehbuch. DEREK FORD . DONALD FORD
Musik. JOHN SCOTT
Kamera. DESMOND DICKINSON
Schnitt. HENRY RICHARDSON
Darsteller. JOHN NEVILLE . DONALD HOUSTON . JOHN FRASER . ANTHONY QUAYLE u.a.

Review Datum. 2005-12-17
Erscheinungsdatum. 2005-07-21
Vertrieb. MC-ONE

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
London im Nebel, dralle Prostituierte, Schritte auf dem Kopfsteinpflaster: Schon wird die erste Unglückliche abgemurkst! Man fühlt sich wie bei Hammer-Produktionen, denn was man zu sehen kriegt, sind zusammengeschnürte Möpse in tiefen Dekolletés und - für damalige Verhältnisse - recht saftiges Gemeuchle. Eigentlich nicht der Rahmen für Arthur Conan Doyles Superdetektiv Sherlock Holmes, aber genau der macht hier Jagd auf den schändlichen Nuttenkiller. Und zwar nicht auf irgendeinen, nein, es muß schon Jack the Ripper sein, wenn Holmes die Pfeife anzünden soll. Theaterveteran John Neville - kurioserweise erst in den 80ern mit Terry Gilliams MÜNCHHAUSEN zu größerer Bekanntheit gelangt - bleibt fest im Baker Street-Klischee. Holmes weiß alles, doziert darüber und kann Dir schon zwei Minuten, bevor die Tür aufgeht, sagen, wer da reinkommt.

Donald Houston als treuer Watson soll etwas comic relief in die Ehe bringen, kommt aber leider über eine gewisse Trotteligkeit nicht hinaus. Die eigentlich doch recht tragische Geschichte - die wesentlich intensiver so ähnlich auch in Bob Clarks kleinem Klassiker MORD AN DER THEMSE (1978) erzählt wird - rund um den Ripper und die Mädchen in Angst lahmt hier und da und gewinnt durch eine ebenfalls an Hammerhorror erinnernde Ätzfresse auch nicht an Seriösität. Enervierend auch die zwei Auftritte einer Kneipendrossel, die sich in endlosen Saufliedern ergeht.

Überraschend gut, weil originell und unerwartet, der Auftritt von Insel-Urgestein Robert Morley als Holmes' Bruder Mycroft (der allerdings keine Ähnlichkeit mit Sherlock hat). Weniger originell und auch nicht wirklich unerwartet die Auflösung, die sich mit der Subtilität von Paukenschlägen ankündigt, wann immer ein blaßgesichtiger Unhold böse guckt. Aber was rede ich von subtil, sämtliche Feinheiten gehen unter in Szenen wie jener, in der eine subjektive Kamera sich aus Killerperspektive an den eindeutigen Avancen einer Prostituierten erfreut, um schlußendlich der armen Frau den Garaus zu machen.

Dank einiger klassischer Elemente (Holmes jagt den Mörder durch die Erbsensuppe) für Homes-Fans von Interesse, auch Freunde klassischen britischen Möpse & Messer-Grusels dürfen sich angesprochen fühlen. Insgesamt aber nicht gerade ein allzu spannendes Vergnügen.

DVD.
Das Bild liegt in 4:3 vor und croppt dementsprechend ganz schön rum. Die Farben wirken nicht allzu satt. Der Ton ist in Ordnung. Als Extras finden sich Texttafeln zu John Neville & Co. Reicht für den Film, hätte aber auch mehr sein können.








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