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KAPITELWAHL

PUSHER (Dänemark 1996)

von René Kewitz

Original Titel. PUSHER
Laufzeit in Minuten. 105

Regie. NICOLAS WINDING REFN
Drehbuch. NICOLAS WINDING REFN . JENS DAHL
Musik. POVL KRISTIAN . PETER PETER
Kamera. MORTEN SOBORG
Schnitt. ANNE OSTERUD
Darsteller. KIM BODNIA . LAURA DRASBAEK . MADS MIKKELSEN . SLAVKO LABOVIC u.a.

Review Datum. 2005-12-05
Erscheinungsdatum. 2005-09-08
Vertrieb. GALILEO MEDIEN AG

Bildformat. 1.66:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . DÄNISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Dealer Frank schlägt sich zusammen mit Kumpel Tonny durch die Unterwelt von Kopenhagen; hin und wieder wickelt er Deals für den Jugoslawen Milo ab, bei dem er beträchtliche Schulden hat. Ein großes Geschäft mit ein paar Schweden soll ihn wieder auf die Gewinnerstraße bringen. Unglücklicherweise schauen die Cops rein, und Frank ist auf der Flucht gezwungen, das Dope im städtischen See zu versenken. Aus Mangel an Beweisen ist er vierundzwanzig Stunden später wieder auf freiem Fuß, hat nun aber ein noch größeres Problem: Er schuldet Milo stattliche 230.000 Kronen, die er innerhalb weniger Tage abzuliefern hat...

Zu großen Teilen improvisiert kommt das Spielfilmdebüt von Nicolas Winding Refn daher, in dem Hauptdarsteller Kim Bodnia schon mal grob das Rollenmuster des mehr oder weniger sympathischen Rauhbeins entwirft, das er vor allem bei den späteren Zusammenarbeiten mit Lasse Spange Olsen immer wieder zelebrieren durfte.
Daß sein Part hier weniger comichaft angelegt ist, kommt dem Film sicherlich zugute, denn hier ging es augenscheinlich um einen realistischen Blick auf das Milieu, was, soweit ich das beurteilen kann, auch gelang. Und Bodnia stemmt das Ding mit seiner enormen physischen Präsenz quasi im Alleingang: Der großartige Mads Mikkelsen, spätestens durch THE GREEN BUTCHERS wohl auch einem breiteren Publikum ein Begriff, gibt sein hampeliges Anhängsel zwar durchaus überzeugend, allerdings gleitet der Film in den gemeinsamen Szenen der beiden mehrfach in aufgedrückte Fäkal-Dialoge ab, was total nervt; Laura Drasbaek bleibt als Vic seltsam blass, auch ihre Beziehung zu Frank hängt den ganzen Film über im Leerlauf und fungiert eher als Klotz am Bein.

Inszeniert ist das Ganze im mittlerweile bewährten Handkamera-Look, der einen immer schön nah am Geschehen hält, dafür aber manches Mal auch ein wenig Finesse vermissen lässt - reizvoll ist es dennoch. Dem Realismus der Bilder stehen allerdings die teils haarsträubend unglaubwürdigen Handlungen Franks entgegen: Mag ja sein, daß ich mit der Meinung allein dastehe, aber wenn ich einem nicht eben zimperlichen Jugoslawen Unmengen von am besten gestern zurückzuzahlender Kohle schulden würde, der schon seinen zwei Meter großen Bluthund losgeschickt hat, um mir die Kniescheiben rauszureissen, dann wäre der Besuch einer nächtlichen Party sicherlich nicht das Erste, woran ich denken würde.
Das ist mein Problem mit dem Film: Obwohl es für Frank praktisch um sein Leben geht, macht er bis kurz vor Ende des Films den Eindruck, als würde er die ganze Situation überhaupt nicht ernstnehmen, obwohl er doch schon Jahr und Tag mit diesen Typen zu tun hat und genau wissen müsste, was einem da als säumigem Zahler blüht. Wenig überzeugend.

Nichtsdestotrotz ist PUSHER ein sehenswerter Film, wenn auch kein allzu großer Wurf. Daß er annähernd zehn Jahre auf die Veröffentlichung hierzulande warten musste, macht ihn für einige sicher noch interessanter.

Abschließend will ich noch anfügen, daß mir die Motivation des Verleihs, Regisseur Refn auf der Rückseite der DVD als den "Tarantino Dänemarks" anzupreisen, ein wenig schleierhaft bleibt, da ich hier überhaupt keine Parallelen zu erkennen vermag. Mit solchen jeglicher Grundlage entbehrenden Vergleichen verarscht man Leute im Normalfall wohl nur einmal.

DVD.
Bild und Ton der Scheibe pegeln sich im oberen Drittel ein, wobei optisch teilweise Unschärfen und, vor allem in dunkleren Szenen, mangelnder Kontrast zu verzeichnen sind, was andererseits aber wieder dem realistischen Look des Films entgegenkommt.
Gleiches gilt für den Sound: In Szenen, die in Umgebungen wie einem Nachtclub spielen, sind die Dialoge naturgemäß schwieriger zu verstehen. Bei den Untertiteln ließ mich die Tatsache, daß etwa in einem dänisch-schwedischen Dialog die Übersetzungen auf zwei verschiedenen Spuren liegen, etwas ratlos zurück.

Vom statischen Hauptmenü aus geht's in drei Richtungen: Zur ebenfalls statischen Kapitelauswahl, dem Sprachmenü und der Extraabteilung. Hier findet sich neben Trailern zu Film und Sequel ein etwa 30minütiges Making Of und der Knopf für den Audiokommentar, der erfreulicherweise sogar deutsch untertitelt wurde.








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