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KAPITELWAHL

PROM QUEEN - EINER WIE KEINER (Kanada 2004)

von Stefan Mader

Original Titel. PROM QUEEN: THE MARC HALL STORY
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. JOHN L'ECUYER
Drehbuch. MICHAEL MACLENNAN . KENT STAINES
Musik. GARY KOFTINOFF
Kamera. GLENN WARNER
Schnitt. MIKE LEE
Darsteller. AARON ASHMORE . MARIE TIFO . MAC FYFE . TAMARA HOPE u.a.

Review Datum. 2005-10-09
Erscheinungsdatum. 2005-10-14
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Marc Hall (Ashmore) ist ein Teenager, der die letzte Klasse einer streng katholischen Schule in der kanadischen Kleinstadt Inniston besucht. Und wie sich das in Übersee so gehört freut er sich schon tierisch auf den Abschlussball, den er gemeinsam mit seinem Freund Jason (Fyfe) besuchen will. Und damit fangen die Schwierigkeiten auch schon an: Der Direktor will dem Burschen verbieten, seinen Freund zum Ball mitzunehmen, da er Homosexualität für nicht vereinbar mit den katholischen Werten seiner Schule hält.
Das will Marc jedoch nicht auf sich sitzen lassen und legt vor dem Schulausschuss Berufung gegen das vom Rektor ausgesprochene Verbot ein. Moralische Unterstützung erhält er dabei von seiner besten Freundin Carly (Hope) und deren Freund Beau, der sogar die Nerds des Jahrgangs dazu bringt, eine Support-Website für Marc zu basteln, welche ihm und seinem Anliegen auch tatsächlich eine Menge Aufmerksamkeit einbringt. Trotzdem weist der Schulausschuss Marcs Einspruch ab – mit der bigotten Begründung, Homosexualität sei widernatürlich und der Ball diene "dem Werben zwischen den Geschlechtern" und somit den ultimativen Zielen der Eheschließung und des Zeugens von Kindern.
Derart entmutigt will Marc schon aufgeben, als ein Mann namens Lonnie Winn ihn aufsucht. Dieser ist Anwalt und bietet dem Teenager an, mit ihm vor Gericht zu gehen und eine einstweilige Verfügung gegen das Urteil der kirchlichen Schulleitung zu erwirken, da dieses dem kanadischen Grundgesetz widerspricht. Plötzlich steht Marc im Blickpunkt überregionaler Medien und wird ohne es wirklich gewollt zu haben zu einer Ikone für Schwule und Lesben hochstilisiert.

Wer sich vom Cover der PROM QUEEN-DVD nicht abschrecken lässt darf sich über einen Fernsehfilm freuen, der zwar mitunter mit Augenkrebs erregender Farbgebung und Zeichentrick-"Kapitelüberschriften" für Verwirrung sorgt, sich aber durch gute schauspielerische Leistungen und eine wohltuend unspektakuläre Inszenierung zu behaupten weiß. Auf die kontraproduktive Einflechtung von reißerischen Stilmitteln und Handlungselementen wird also dankenswerterweise verzichtet und stattdessen das Hauptaugenmerk auf die Charaktere gelegt. Was dabei heraus kommt ist ein herzerwärmendes Statement für Toleranz, die leider all zu oft immer noch nicht selbstverständlich ist und nach wie vor aktiv eingefordert werden muss.
Der Film beruht schließlich auf der wahren Geschichte des jungen Marc Hall, dem tatsächlich verboten wurde, seinen Freund zum Schulball mitzubringen und dessen sexuelle Orientierung letztlich zu einem Politikum wurde. Eingedenk dessen und angesichts der völlig wirklichkeitsfremden Begründungen für das Urteil des Schulausschusses stellt man sich als Zuseher die bange Frage, zu welcher Zeit vorsintflutlicher Moralvorstellungen sich dies alles zugetragen haben könnte. Die Antwort darauf ist genau so einfach wie niederschmetternd: Marc Halls Fall wurde im Frühjahr 2002 verhandelt.
Allein aus dieser Tatsache heraus erhält ein Film PROM QUEEN bereits aktuelle Brisanz...

DVD.
Während die auf der DVD enthaltenen Sprachfassungen dahingehend suboptimal sind, als dass man sie nicht einfach umschalten kann und die Untertitel in der originalen Tonspur sich nicht ausblenden lassen, kann die Scheibe jedoch zumindest in Bezug auf das Bild und den Stereoton zufrieden stellen. Die Extras umfassen allerlei Trailer (auch für den Hauptfilm, diesen sogar auf Englisch und Deutsch), Biographien der Schauspieler sowie ein Interview mit der Produzentin auf Texttafeln und eine gut viertelstündige, ziemlich interessante und mit Originalaufnahmen von den Hearings gespickte Dokumentation über den echten Marc Hall.








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