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KAPITELWAHL

STEPHEN KING'S RIDING THE BULLET (USA 2004)

von Hasko Baumann

Original Titel. RIDING THE BULLET
Laufzeit in Minuten. 96

Regie. MICK GARRIS
Drehbuch. MICK GARRIS
Musik. NICHOLAS PIKE
Kamera. ROBERT C. NEW
Schnitt. MARSHALL HARVEY
Darsteller. JONATHAN JACKSON . DAVID ARQUETTE . BARBARA HERSHEY . CLIFF ROBERTSON u.a.

Review Datum. 2005-08-09
Erscheinungsdatum. 2005-07-28
Vertrieb. MC-ONE

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DTS/DD 5.1) . ENGLISCH (DD 5.1)
Untertitel. DEUTSCH . ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Maine, 1969: Alan Parkers (Jonathan Jackson) 21. Geburtstag ist ein Schlag vor den Latz. Seine Freundin (Erika Christensen) findet ihn offenbar nicht mehr ganz so heiß, und er hat auch keine Lust mehr, sich von seinem Zeichenlehrer sagen zu lassen, er habe kein Talent (obwohl dieses Urteil, das muß man nach Ansicht dieses 80er-Heavy Metal-Plattencover-Gekritzels sagen, zu 100% stimmt). Also, was macht man da? Richtig! Ab in die Badewanne und ran mit der Klinge an die Pulsadern!

Alan wird jedoch gerettet und darf sich a) damit abfinden, daß seine Freundin ihn trotzdem nicht mehr ganz so heiß findet, er b) noch immer kein Zeichentalent hat und - das ist neu - c) seine Mutter (Barbara Hershey) nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt. Zwar hat er Tickets für John Lennon in der Tasche, schenkt diese aber zwei debilen Freunden und macht sich auf, zum Krankenhaus zu trampen, das einige Fahrtstunden entfernt ist. Leider hat Alan nicht alle Nadeln an der Tanne und wird ständig von haarsträubenden Flashbacks und Todesvisionen heimgesucht. Reale Bedrohungen wie ein paar Rednecks in Klopperlaune gehören zum Reiseproviant genauso wie das Gefasel eines alten Furzes (Cliff Robertson gräbt den "Charly" aus), der wohl schon zu lange den Freeway kachelt. Als Alan schließlich zu David Arquette in ein rotes Auto steigt, das Christine heißen könnte, schärft der Sensenmann die Sichel. Hier will Gevatter Tod offenbar dem kleinen Freak nach Hause leuchten.

RIDING THE BULLET basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King, die dieser exklusiv fürs Internet verfaßt hat. War diese schon alles andere als außergewöhnlich, so hat Regisseur Mick Garris daraus einen fürchterlich zusammenhanglosen, lausig strukturierten Unsinn gemacht. Garris, der schon seit Jahren hauptberuflich mit dem Abliefern unterdurchschnittlicher King-Adaptionen beschäftigt ist, kloppt ohne Sinn und Verstand ein Sammelsurium von größtenteils inkohärenten Episoden zusammen. Von King bleibt nur das Schlechteste: Der gefürchtete, naive Humanismus (inklusive obligatorischem Endlos-Epilog) und unmotivierte, aber absolut ineffektive Grausamkeiten (die auch keinen Splatterfan nur ansatzweise zufriedenstellen können). Die Auflösung ist mehr als unbefriedigend und erklärt diverse Ereignisse (Alan sieht die tote Frau des alten Mannes?) in keinster Weise. Stephen King - in Topform ganz klar einer der besten Erzähler Amerikas - hat hier wieder mal seine Lieblingsthemen (Adoleszenz / 60-70er Rockmusik / Mutter / Autounfall) verwurstet, aber in ganz mieser Form. Er hat die Verfilmung erhalten, die er verdient hat.

Der Ritt auf der Kanonenkugel ist übrigens die Fahrt mit der Achterbahn "Bullet", die King als billige Metapher für Leben und Tod benutzt. Und wie üblich hat Muttern dem Sohn einen ganz tollen Spruch mit auf den Weg gegeben: "Fun is fun, and done is done". Spaß ist das hier ganz sicher nicht.

DVD.
Leider bot die Presse-DVD nicht die Möglichekeit zur Beurteilung des umfangreichen Bonusmaterials (Audiokommentare en masse, u.a. mit Garris sowie Nicotero und Berger, die mal wieder ihr Standardprogramm abspulen). Bild und Ton sind aber einwandfrei, die Synchronisation ist erträglich. Für absolute King-Fans sicherlich einen Blick wert. King-Fan bin ich allerdings auch, und ich guck lieber wieder weg.








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