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BACKYARD - IM HINTERHOF DER HÖLLE (USA 2002)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE BACKYARD
Laufzeit in Minuten. 80

Regie. PAUL HOUGH
Drehbuch. PAUL HOUGH
Musik. SETH JORDAN
Kamera. nicht bekannt
Schnitt. PAUL HOUGH . BEN RASKIN
Darsteller. THE LIZARD . SCAR . CHAOS . HEARTLESS u.a.

Review Datum. 2005-08-09
Erscheinungsdatum. 2005-05-17
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Mit zunehmendem Alter der Menschheit macht sich eine emotionale Degeneriertheit breit, die mehr und mehr völlig entmenschlichte und asoziale Züge entwickelt.
In einer Zeit, in der per Netz alles zu haben ist, was man nicht braucht, Handys die zwischenmenschliche Kommunikation weitgehend ersetzen und der elektronische Entertainmentsektor an realitätsablösender Raffinesse immer mehr zunimmt, bleibt es nicht aus, dass zumindest ein Teil der Gesellschaft erstickt. Vor allem diejenigen, die keine Edukation im Umgang mit der schönen neuen Welt hatten, die sich selbst überlassen blieben im Strom der virtuellen Gefühle und Bedürfnisse.
Als Konsequenz muss irgendwann ein Ausbruch erfolgen. Und das einzige Gefühl, dass uns jederzeit bewusst macht, dass wir leben, ist der Schmerz. Entweder selber Schmerz erleiden oder anderen Schmerz zufügen. Und dies zeigt sich immer mehr auch in der medialen Welt. JACKASS war erst der Anfang, zahllose kommerzielle wie auch private Nachahmer folgten. Das Bewusstsein der eigenen Körperlichkeit als massentauglicher, kleinster gemeinsamer Nenner der populären Unterhaltung, ein Rückschritt ins tiefste Mittelalter, der aber heutzutage dank neuster Techniken zum Nachmachen anregt. Da verwundert es kaum noch, dass Jugendliche mit videofähigen Handys ausgerüstet, prügelnd, vergewaltigend und eben diese Greuel abfilmend durch die Gegend marschieren, dass die Zeitungen voll sind von immer grausameren Gewalttaten immer jüngerer Täter. Der Schmerz hat bei vielen die Kommunikation, das Mitgefühl, das Miteinander längst abgelöst. Denn nur so kann man der Erstickung entgehen und fühlen, dass man am Leben ist.

BACKYARD - IM HINTERHOF DER HÖLLE zeigt achtzig Minuten lang, vom Regisseur unaufdringlich kommentiert, einen neuen Auswuchs: Jugendliche prügeln sich in Hinterhöfen mittels mit Stacheldraht umwickelten Holzlatten, Rasierklingen, Glühbirnen, Reißzwecken und anderen Utensilien, bis das Blut möglichst - wozu vor dem Kampf auch schon mal Aspirin eingeworfen wird - reichhaltig fließt. Viele werden dabei angetrieben, einmal im Ring der WWF zu stehen, doch für kaum einen wird sich dieser Wunsch je erfüllen. Wenn gerade keine Kampfaufnahmen zu sehen sind, unterhält sich Hough mit den prügelfreudigen Youngsters über ihre Träume, Ideale und auch Sorgen, was die "Darsteller" zwar plastisch macht, aber nicht unbedingt Verständnis aufkommen lässt. Man merkt dem Regisseur auch an, dass er sich aufs Emsigste bemüht, wertfrei zu bleiben, was zwar löblich ist, aber seinen Film auch recht indifferent wirken lässt. Sehenswert ist BACKYARD - IM HINTERHOF DER HÖLLE aber dennoch und sei es nur wegen der Szene, in der eine Mama sich stolz und lobend über ihre Sprösslinge äußert, während sich diese im Hintergrund mit knallharter Brutalität die Grütze aus den leeren Schädeln hauen.

DVD.
Die Bildqualität ist für eine billige Independent-Produktion in Ordnung, ebenso der Sound. Gut ausgestattet ist die Bonus-Sektion: Nebst einem halbwegs interessantem Audiokommentar des Regisseurs zusammen mit "The Lizard" und "Scar" gibt es einen Trailer und eine Reihe unveröffentlichter, aufschlussreicher Bonus-Szenen. Alles in allem eine runde Sache.








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