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KAPITELWAHL

NUDE FEAR - NACKTE ANGST (Hong Kong 1998)

von Jan Zeleny

Original Titel. JUI HUNG 20 NIN
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. ALAN MAK SIU-FAI
Drehbuch. SUSAN CHAN SUK-YIN . JOE MA WAI-HO
Musik. CHUNG CHI-WING
Kamera. VENUS KEUNG KWOK-MAN
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. KATHY CHOW . TSE KWAN-HO . CHEUNG TAT-MING . RUBY SIU u.a.

Review Datum. 2005-07-08
Erscheinungsdatum. 2005-04-28
Vertrieb. MC-ONE

Bildformat. 1.85:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . KANTONESISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Joyce (Kathy Chow) ist eine erfolgreiche Polizistin bei der Mordkommission in Hongkong, die allerdings ein veritables Trauma vorzuweisen hat: Im Alter von fünf Jahren fand sie ihre Mutter brutal massakriert vor - der Killer wurde nie gefasst. Und nun, zwanzig Jahre später, wird Joyce zu einem Tatort gerufen, an dem eine junge Frau auf exakt die gleiche Weise getötet wurde wie ihre Mutter vor zwanzig Jahren… Der Täter (Sam Lee) geht den Beamten zwar schnell ins Netz und weiß beängstigend viel über Joyce, kommt aufgrund seines Alters von gerade mal 23 Jahren aber nicht als der Mörder von damals in Frage. Im Verlauf der weiteren Ermittlungen gerät die ganze Sache nur seltsamer: Ein verwirrtes Mädchen, das Joyce und den Mörder zu kennen scheint, wird aufgegriffen - und selbst als sämtliche zum Schutz des Mädchens abgestellten Beamten in ihrer Abwesenheit demonstrativ umgebracht werden, weigert sich Joyce zu erkennen, dass sie seit zwanzig Jahren Spielball eines perversen Killers ist.

NUDE FEAR ist HK-Exploitation-Thrill vom Allerfiesesten - nicht ganz so düster und dreckig wie Tsang Kan-Cheungs INTRUDER, dafür aber mit einer durchaus ebenbürtigen Kälte und konsequenter Menschenverachtung ausgestattet, wie man sie in dieser Form in der Regel nur im allerschmierigsten CAT III-Trash antrifft. Von solchem unterscheidet sich NUDE FEAR nicht zuletzt durch die stilsichere, elegante Inszenierung, die in einigen Szenen geradezu in morbidester Poesie schwelgt; allein die Eingangssequenz, in der die kleine Joyce ihre abgeschlachtete Mutter findet und unter Schock stehend inmitten Bächen von Blut beginnt, ihre Hausaufgaben zu machen, zählt wohl zum eisigsten und erschütterndsten, das je auf Zelluloid gebannt wurde.

Man bedient sich grosszügig und geschickt der Stilmittel des Slasherfilms, um eine Atmosphäre des Terrors heraufzubeschwören, die stellenweise schon eher an MANIAC denn an SIEBEN erinnert - besonders während des unerwartet hereinbrechenden, überperfiden "Showdowns". Und auch vorher lässt das Drehbuch einem kaum Zeit, über die eine oder andere eventuelle Ungereimtheit zu spekulieren, sondern peitscht die Geschichte unnachgiebig ins Ziel und hinterlässt den Zuschauer dementsprechend atemlos - was kann man von einem exploitativen Thriller mehr erwarten?

DVD.
Die Bildqualität ist sicherlich keine Referenz, was aber offenbar auf die Vorlage zurückzuführen ist; kleinere Verschmutzungen z.B. sind zwar durchaus zu erkennen, beeinträchtigen den Filmgenuss aber in keiner Weise.

Die deutsche Synchronisation ist solide bis gut, und im Gegensatz zur etwas dumpferen und insgesamt nicht so hochwertigen kantonesischen Tonspur wird einem das Geschehen hier in deutlich effektlastigerem 5.1 um die Ohren gehauen. Einige wenige Nachlässigkeiten bei den Untertiteln stören nur marginal; allerdings wurde die Breite der Zeilen anscheinend auf 16:9-Bildschirme ausgelegt, so dass auf 4:3-Geräten in ein paar dialoglastigeren Szenen links und rechts ein kleiner Teil des Texts beschnitten wird und man demzufolge etwas mehr als üblich mitdenken muss...

Als Extras gibt's den Originaltrailer, der angemessen reisserisch daherkommt ohne zuviel zu zeigen und eine sehr schöne, für Filme dieser Grössenordnung alles andere als selbstverständliche Bildergallerie mit zahlreichen schönen Stills, selbstlaufend und mit dem versöhnlichen kantonesischen Dream-Pop-Song aus dem Abspann unterlegt.

Eine kleine, aber feine Veröffentlichung eines kleinen, aber fiesen Films, an den sich wohl so schnell kein anderes Label rangetraut hätte - kudos, mal wieder.








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