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KAPITELWAHL

CORPSES (USA 2004)

von Hasko Baumann

Original Titel. CORPSES
Laufzeit in Minuten. 85

Regie. ROLFE KANEFSKY
Drehbuch. ROLFE KANEFSKY
Musik. COLLIN SIMON
Kamera. RICK LAMB . ANDY PARKE
Schnitt. LEWIS SCHOENBRUN
Darsteller. JEFF FAHEY . TIFFANY SHEPIS . STEPHEN WILLIAMS . MELINDA BONINI u.a.

Review Datum. 2005-05-05
Erscheinungsdatum. 2005-06-09
Vertrieb. MC-ONE

Bildformat. 1.66:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Daß sowas noch produziert wird: Ein Friedhofsvorsteher, dessen geliebter Totenhügel zugunsten eines Einkaufszentrums wegrationalisiert werden soll, befindet sich im Besitz eines grünen Serums, mit dem man Tote wiedererwecken kann. Diese wackeln dann durchs Unterholz, wie man es von ihnen kennt, haben tierisch Schmacht auf Gedärm und gucken doof. Willige Helfer also für unseren wütenden Wiederbeleber, um seine fiese Drecksarbeit (Leute killen) zu erledigen. Leider fallen die Zombies schon nach einer Stunde wieder leblos in sich zusammen wie ein Sack Knochen. Das will optimiert sein. Der Assistent des Friedhofsmeisters fummelt derweil mit einer heißen Braut im Sarg - es handelt sich dabei selbstredend um die Tochter des örtlichen Sheriffs. Der wiederum ermittelt im inflationären Gedärmeklau und wird dargestellt von Jeff Fahey! Ja, der lebt noch, und allzu gut ist es ihm scheinbar nicht ergangen (oder eben total spitze, wenn man auf die Wampe guckt). Der Rest des Films: Gags höchst unterschiedlicher Qualität und ausgesprochen heftiges Zombiegemansche - Herzen werden rausgerissen, Köpfe gepfählt und Brüste platzen in einem Film, der ab 16 Jahren freigegeben ist… da sag noch mal einer was gegen die FSK. Alle gepennt bei der Prüfung?

CORPSES ist der reinste Anachronismus. Aus dem vergessen geglaubten Genre - Achtung - "Splatterkomödie" rekrutiert sich dieser derbe Scherz, auf offensichtlichem Schnürsenkelbudget gedreht von einem offensichtlichen Horrorfan namens Rolfe Kanefsky, der - kaum zu glauben - schon einige Granaten zu verantworten hat (THE EROTIC MISADVENTURES OF THE INVISIBLE MAN etwa). Für CORPSES hat er sich einfach ein paar Ideen aus besseren Filmen zusammengeschaufelt: Das grüne Serum aus RE-ANIMATOR, den Untoten-Friedhof aus DELLAMORTE DELLAMORE oder die Zombie-Nutte aus FRANKENHOOKER. Von Regie versteht er nicht viel, die billige Musik tönt dissonant daher wie einst in den späten 80ern, und wenn nichts mehr geht, gehen Titten. Das ist in Ordnung und wird einmal sogar mit geistreichem Witz kommentiert. Als die Zombies einem Mädchen die Kleider vom Leib reißen, fragt sie die zwei Matschfressen angesäuert: "Was this really necessary?"

Für Freunde dieser Art von Unterhaltung (Gore + Sixpackniveau-Gags), die sich schon zu lange unterversorgt sehen, ist das ein willkommenes Retro-Vergnügen, für alle anderen ein billiger Unsinn.

DVD.
Dem Produktionsvolumen angemessen sieht der Film aus und klingt auch so, alles in Ordnung, schraubt man seine Ansprüche auf das entsprechende Niveau. 4:3 Bild, mehr war wahrscheinlich nicht rauszuholen (die Trailer geben sich mutig mit Breitwand-Cache). Der deutsche Ton haut die Stimmen auf den rechten und die Musik auf den linken Kanal - keine Ahnung, was das soll. Die Synchro ist erträglich, aber ziemlich witzlos übersetzt (die Untertitel passen sich an). Das recht heitere "Looks like a bunch of pissed off dead people to me" wird zu "Ein Haufen sehr lebendiger Toter". Eine Art Making Of ist sehenswert, weil man 1. Jeff Fahey dabei zusehen darf, wie er sich mit großen Worten rechtfertigt, in so einem Quatsch mitzumachen 2. die Hauptdarstellerin nicht sagen hört, daß sie nach einer Woche Drehzeit eröffenete, sie sei schwanger und 3. den Regisseur Kanefsky als lebendes Klischee erkennt: Ein dicker Nerd mit THE DEAD HATE THE LIVING-T-Shirt und zu langer Lederjacke. Da gruselt's einen dann doch noch.








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