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KAPITELWAHL

CULT OF THE DEAD (USA/Mexiko 1968)

von Dirk Gerbode

Original Titel. ISLE OF THE SNAKE PEOPLE
Laufzeit in Minuten. 82

Regie. JUAN IBÁNEZ . JACK HILL
Drehbuch. JACK HILL . LUIS ENRIQUE VERGARA . JUAN IBÁNEZ
Musik. ALICE URETTA
Kamera. RAÚL DOMINGUEZ . AUSTIN MCKINNEY
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. BORIS KARLOFF . JULISSA . CARLOS EAST . YOLANDA MONTES u.a.

Review Datum. 2005-03-19
Erscheinungsdatum. 2004-08-09
Vertrieb. CMV LASERVISION

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0)
Untertitel. keine
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
"Diejenigen die freiwillig sterben, hoffen, dass sie Gnade finden vor den Augen des Barons Hamidi und in die Gemeinschaft der lebenden Toten - auch Zombies genannt - aufgenommen werden." Aha. Und diejenigen, die sich freiwillig CULT OF THE DEAD - auch ISLE OF THE SNAKE PEOPLE genannt - anschauen, hoffen einen gnadenlosen Trash-Unfug vor die Augen zu bekommen. Baron Hamidi war gnädig, sie kriegen ihn.

Auf der Insel Korban gehen merkwürdige und verbotene Dinge vor sich. "Rituelle Folterungen, Menschenopfer, von anderen Praktiken ganz zu schweigen!" ereifert sich der neue Polizeichef der französischen Kolonialmacht. Was für andere Praktiken? Etwa alte Horrorstars an ihrem Lebensabend vor die Kamera eines Schlockfilms zu zerren? Genau. Boris Karloff spielt den Plantagenbesitzer Van Molder, der die Welt mit telekinetischen Experimenten verändern will. Seine Dienerin Kalea ist Voodoo Priesterin, was bedeutet, dass sie leicht bekleidet zu Bongorhythmen mit einer Schlange tanzt und in bester BLOOD FEAST -Fuad Ramses Manier mit, in Detailaufnahme gefilmten, aufgerissenen Augen Opfer anstiert, die dann komische Träume haben oder in Flammen aufgehen. Auf der Insel auch noch unterwegs sind: Van Molders Nichte und ein Polizist - für die romantischen Aspekte des allgemeinen Wirrwarrs. Der schäbige Winsor, der aussieht wie ein Westentaschen Clark Gable, und sich für Zwecke, die eher der Bauchseite von Romantik zuzuordnen sind, eine dunkelhäutige Tote wiedererweckt und in ein weißes Hochzeitskleid steckt. Ein Rudel einheimischer kannibalistischer Frauen, das sich über Kolonialbeamte hermacht.
Alles was passiert, hängt irgendwie damit zusammen, dass ein Zwerg mit Sonnenbrille, der sich eine Hippie-Sonnenblume auf die Glatze gemalt hat, und der mysteriös maskierte Voodooobermacker Damballah den Fürsten der Finsternis, Baron Hamidi, wiedererwecken wollen. Puh, kompliziert, aber es fliegt ja doch alles in die Luft.

CULT OF THE DEAD ist eine weitere Absurdität, in die sich Boris Karloff kurz vor seinem Tod verirrte und die uns CMV in ihrer Karloff Collection präsentieren. Seine Auftritte wurden von Jack Hill, der auch das Drehbuch schrieb, in Hollywood aufgenommen, der Rest der Crew tobte sich unter Juan Ibánez in Mexico aus. Und Austoben kann man unterstreichen:
Die Voodoo Rituale würden in jedem Experimentalfilm eine gute Figur machen. Wunderliche Einstellungen, wildgewordene Zooms und Reißschwenks. Natürlich ist das keine prätentiöse Kunstabsicht, der Kameramann hatte wohl einfach eine Flasche Mezcal intus. Ansonsten ist der Film ziemlich langsam und statisch, was bei Trashfilmen bekanntermaßen der Freude keinen Abbruch tut - denn der halluzinogene Wurm aus dem Mezcal steckt trotzdem drin. Handlung und Dialoge sind haarsträubend. Besonders schön ist die Traumsequenz in der Van Molders Nichte Annabella aus einem Sarg steigt und dann von sich selbst - als Doppelgängerin - mit einer Schlange sexuell belästigt wird. Das Overacting des sterbenden Zwerges sucht seinesgleichen ("Meine Brille, wo ist meine Brille, meine Brille, aargh!" ruft er flehentlich, während er auf einem Stuhl tanzt) und trotz genretypischer Lahmarschigkeit ist der Film voll von solchen Eskapaden. Ein riesiger Spaß also.

DVD.
Bild- und Tonqualität sind, wie auch bei den anderen Veröffentlichungen der Reihe, zufriedenstellend. Viel erwarten kann man hier natürlich nicht, aber für die niederen Gelüste reicht es allemal. Auf der DVD befinden sich zwei Fassungen des Films: CULT OF THE DEAD eine leicht gekürzte Fassung mit deutscher Synchro, die naturgemäß viel Pläsier bereitet und die längere Version ISLE OF THE SNAKE PEOPLE in englischer Sprachfassung (ursprünglich liefen die Filme auf spanisch in Mexico und in spanischsprachigen Amikinos, bevor sie 1970 ihren Weg zum englischsprachigen Publikum fanden), die einen lustigen Prolog und die schönere Titelsequenz hat, aber auch nicht mehr Sinn ergibt. Die auf den anderen DVDs der Reihe ebenfalls enthaltene Bildergalerie "Die 1000 Gesichter des Boris Karloff" und Trailer für weitere CMV Produkte runden das Bild nicht wirklich ab, aber es ist ohnehin schon gut genug.








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