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KAPITELWAHL

GUTEN ABEND, HERR WALLENBERG (Schweden 1990)

von René Kewitz

Original Titel. GOD AFTON, HERR WALLENBERG
Laufzeit in Minuten. 114

Regie. KJELL GREDE
Drehbuch. KJELL GREDE
Musik. FRANS HELMERSSON . JÁNÓS SOLYOM
Kamera. ESA VUORINEN
Schnitt. DAREK HODOR
Darsteller. STELLAN SKARSGARD . KATHARINA THALBACH . KÁROLY EPERJES u.a.

Review Datum. 2005-01-24
Erscheinungsdatum. 2004-12-02
Vertrieb. EPIX MEDIA AG

Bildformat. 1.33:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Juni 1944. Der Kaufmann Raoul Wallenberg wird von der schwedischen Regierung in das von den Nazis besetzte Budapest entsandt, um so viele ungarische Juden wie möglich freizukaufen. Dort angekommen sieht sich der von vielen als "weich" eingeschätzte Wallenberg mit einer von Gewalt und Entmenschlichung geprägten Welt konfrontiert und entwickelt bald eine Art trotzigen Eifer im Kampf um die Leben der in den Budapester Ghettos eingepferchten Menschen. Sein Unterfangen, die Menschen mit rettenden Diplomatenpässen auszustatten, um sie so nach Schweden bringen zu können, wird besonders von dem kaltblütigen Moser boykottiert, der Wallenberg ein ums andere Mal bedroht. Das Sonderkommando unter Führung Adolf Eichmanns treibt die Deportation der Juden in die Vernichtungslager unaufhaltsam voran, während sich Wallenberg mit seinem unnachgiebigen Auftreten mehr und mehr Feinde macht...

Die Geschichte Raoul Wallenbergs erinnert nicht von ungefähr an die Oskar Schindlers, wenn Kjell Grede mit seinem Film auch einen etwas anderen Ansatz wählte als zwei Jahre später Steven Spielberg. Grade die unprätentiöse Inszenierung ist gelungen und erweckt - u.a. durch die sparsam eingesetzten Farben - mühelos den Eindruck von Authentizität, auch wenn der Film in einigen Punkten nicht so eindringlich ist wie vergleichbare Produktionen. Bei Erschiessungen etwa wird grundsätzlich kein Blut gezeigt, was natürlich auch nicht unbedingt nötig ist, die Wirkung des Gezeigten aber möglicherweise noch verstärkt hätte. Auch hätte ich mir gewünscht, daß etwas mehr auf die persönliche Wandlung Wallenbergs eingegangen worden wäre, die meiner Meinung nach doch etwas untergeht bzw. nicht in dem Ausmaß spürbar wird, wie sie wohl stattgefunden haben muss, wenn man einen bis dahin eher wohlbehüteten Lebemann kopfüber in ein solches Umfeld stößt. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut, wenn auch viele Figuren etwas konturenlos bleiben; Skarsgards Darstellung wurde sogar von Überlebenden als sehr zutreffend bezeichnet. Insgesamt hat mich die Geschichte an sich aber einfach etwas mehr beeindruckt als die filmische Umsetzung. Über die Laufzeit von knapp zwei Stunden sind doch einige Längen zu verzeichnen, was den Film im Endeffekt ein wenig "anstrengend", aber dennoch nicht weniger sehenswert macht.

Das Ende schliesslich lässt offen, was aus Raoul Wallenberg wurde. Bekannt ist nur, daß er im Januar 1945 in russische Gefangenschaft geriet und laut offizieller Aussage Mitte 1947 im Gefangenenlager Lubjanka an einem Herzinfarkt verstarb. Aufgrund seiner guten Kontakte zu größtenteils westlichen Diensten wird allerdings davon ausgegangen, daß er wegen Spionageverdachts von den Russen hingerichtet wurde.

DVD.
In punkto Kontrast musste wohl dem nicht mehr ganz taufrischen Material Tribut gezollt werden. Hin und wieder ist das bekannte "Überstrahlen" zu beobachten, die Bildschärfe geht dafür in Ordnung. Fehler bei der Wiedergabe fielen nicht auf. Beim Audiomenü wurde kein großer Aufwand betrieben - es gibt schlicht keines. Der Film läuft "voreingestellt" als deutsche Synchronfassung, wobei sich hier die Definition etwas schwierig gestaltet, da dennoch über weite Strecken (deutsch untertiteltes) Schwedisch/Ungarisch gesprochen wird. Der Ton ist ausserdem sehr frontlastig, was bei einem so auf Dialogen fußenden Film aber nicht allzu sehr stören sollte. Insgesamt keine spektakuläre, aber durchaus ordentliche Präsentation.

Haupt- und Kapitelmenü sind animiert. Die überschaubaren Extras setzen sich, grob gesagt, aus dem Filmtrailer und verschiedenen Texttafeln zusammen, darunter ein Portrait von Stellan Skarsgard, Informationen über das Leben und den (vermuteten) Verbleib Raoul Wallenbergs sowie einen kurzen Abriss seines Schaffens im besetzten Budapest. Eine Trailershow mit insgesamt neun anwählbaren Titeln gibt es ausserdem.








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