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KAPITELWAHL

KROKO (Deutschland 2003)

von Hasko Baumann

Original Titel. KROKO
Laufzeit in Minuten. 96

Regie. SYLKE ENDERS
Drehbuch. SYLKE ENDERS
Musik. ROBERT PHILIPP . MARC RIEDINGER
Kamera. MATTGIAS SCHELLENBERG . KATRIN VORDERWÜHLBECKE
Schnitt. FRANK BRUMMUNDT
Darsteller. FRANZISKA JÜNGER . ALEXANDER LANGE . HINNERK SCHÖNEMANN u.a.

Review Datum. 2004-12-06
Erscheinungsdatum. 2004-12-06
Vertrieb. ABSOLUT MEDIEN

Bildformat. 1.66:1
Tonformat. DEUTSCH (DD 2.0)
Untertitel. ENGLISCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Jeder kennt sie: Junge Mädchen zwischen 14 und 17, blond (gefärbt oder echt), kräftig geschminkt, niemals lächelnd oder gar lachend und mit einem Blick ausgestattet, dessen Boshaftigkeit einem das Blut in den Adern gefrieren läßt. Sie klauen, pöbeln und ätzen und haben garantiert vor nichts Angst. So ein Mädchen ist Kroko.

Krokos Revier ist Berlin-Wedding. Außer Langeweile und Aggression scheint es in ihr keine Gefühle zu geben. Sie verhält sich ihrer Gang gegenüber genauso herrisch und rabiat wie bei ihrer Mutter, die sie und ihre Schwester allein erzieht. Eine Veränderung tritt erst ein, als Kroko nach einem Unfall zu Sozialstunden in einem Behindertenwohnheim verdonnert wird. Nach und nach stellt sich einiges in Frage: Ihre Beziehung, schlechten Sex, ihr Zuhause, ihre Gang, sie selbst.

KROKO ist ein nüchternes soziorealistisches Drama. Der Film hebt aber keineswegs irgendeinen säuerlichen Moralfinger noch stellt er die Arbeit in einem Behindertenheim als das bewußtseinserweiternde Nonplusultra dar. Es ist nur ein neuer Teil von Krokos Leben, der weder besonders lustig noch besonders aufreibend ist. Es geht hier auch gar nicht um die Behinderten, sondern um die Optionen Krokos, ihrem ausweglosen Umfeld zu entfliehen, Chancen zu finden und wahrzunehmen. Ganz nebenbei sieht man das schon bei ihrem fetten Kumpel Rolle, der sich nach und nach von der Gang absetzt - ganz langsam begreifen wir, worum es hier eigentlich geht. Uns wird schon deutlich, daß hinter der eiskalten Aggro-Fassade Krokos ein sensibles Herz schlägt und sie sich in der tristen Wedding-Welt behaupten muß, aber das wirkt auch keineswegs unglaubwürdig oder aufgesetzt. Der ganze Film ist so nah an seinen Figuren, daß zu keiner Sekunde die Betroffenheitskeule kreist.

DVD.
Leider ist das Bild der DVD nicht allzu berauschend, außerdem liegt es nur in 4:3 vor. Der Ton ist nicht allzu dynamisch (woher auch), aber in Ordnung. Die Extras sind spärlich, was zwar sehr schade ist (hier hätte ich doch großes Interesse an weiterführenden Informationen gehabt), aber es ist schon verständlich, daß eine kleine Produktion nicht auch noch Geld für Bonuszeug verfeuern will. Es gibt ein paar Texttafeln (Pressestimmen, Interview mit Regisseurin Sylke Enders), und das war es dann auch schon. Das sollte allerdings niemand dazu verleiten, sich diese kleine Perle entgehen zu lassen!








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