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KAPITELWAHL

LOST THINGS (Australien 2003)

von Hasko Baumann

Original Titel. LOST THINGS
Laufzeit in Minuten. 83

Regie. MARTIN MURPHY
Drehbuch. STEPHEN SEWELL
Musik. CARLO GIACCO
Kamera. JUSTINE KERRIGAN
Schnitt. BENITA CAREY . KAREN JOHNSON
Darsteller. ALEX VAUGHAN . CHARLIE GARBER . LENKA KRIPAC . LEON FORD u.a.

Review Datum. 2004-11-14
Erscheinungsdatum. 2004-11-18
Vertrieb. GALILEO MEDIEN AG

Bildformat. 1.85:1 (anamorph)
Tonformat. DEUTSCH (DD 5.1) . ENGLISCH (DD 2.0)
Untertitel. DEUTSCH
Norm. PAL
Regional Code. 2

FILM.
Vier Teenager verbringen ihr Wochenende an einem abgelegenen Strand - die zwei Jungs sind scharf auf Sex, die zwei Mädchen aber nicht unbedingt willens, diesem Wunsch nachzukommen. Doch schon ziemlich bald sieht es so aus, als sei dies nicht ihr größtes Problem. Die Einsamkeit macht ihnen ebenso Angst wie der geheimnisvolle Eindringling, der ihnen Rätsel aufgibt. Doch es scheint kein Entrinnen zu geben von diesem Strand, der sich in endloser Weite dahinzieht.

Was da nun tatsächlich nicht stimmt und diesem Quartett soviel Angst macht, ist nicht allzu schwer zu entschlüsseln, wenn man sich dem plot twist-lastigen Genrekino der letzten Jahre hingegeben hat. Martin Murphy - dies ist sein erster Langfilm - ging es aber zunächst einmal darum, eine bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, und das ist ihm mehr als gelungen. Die Einsamkeit des Strandes, die Fragen nach den "Wer" und "Wann" sind ebenso angsteinflößend wie sie Metaphern für die pubertäre Unsicherheit seiner Protagonisten sind. Murphy findet dafür wirksame Bilder wie etwa das Gefühl, das man empfindet, wenn man mit den Füßen im Wasser steht und das Meer einen scheinbar mit sich ziehen will, ein oft wiederkehrendes Motiv in LOST THINGS. Dabei ist Murphy, der offensichtlich mit einem sehr kleinen Budget operiert hat, so geschickt und stilsicher in der Inszenierung, daß er uns technische Luxusgegenstände wie Kräne und Dollys nicht vermissen läßt. Die Musik und die bedrohliche Geräuschkulisse tun ihr Übriges, um die Irritaionen auf nackte Angst zu steigern.

LOST THINGS ist ein waschechter Horrorfilm mit einer erschreckenden und gewalttätigen Auflösung, der aber vor allem im Gedächtnis bleibt, weil der Grund für das Schicksal, das die Jugendlichen bedroht, so perfide wie nachvollziehbar ist. In einem der zwei Mädchen, Emily (Lenka Kripac), regt sich der Wunsch nach etwas ganz anderem als dem nachgeplapperten Leben, das ihr Verehrer ihr bieten will, mit Heirat, Kindern und "zusammen gehen". Der Film sagt uns schon ziemlich früh, daß da jemand sein könnte, der ihre Wünsche nach Freiheit und gutem Sex verwirklicht - aber daß sie damit das Schicksal ihrer Freunde besiegelt, wirft er ihr nicht vor. Sie muß sowieso damit leben... oder etwas ähnliches. Mit dieser vielschichtigen Auflösung qualifiziert sich LOST THINGS als einer der gelungensten Low Budget-Filme seit langer Zeit.

DVD.
Besonders der Ton dieser Veröffentlichung ist als geglückt zu bezeichnen, wobei der Originalton allerdings erheblich besser ausfällt, und zwar über die naturgemäßen Unterschiede hinaus. Die etwas flach draufgemischte Synchronisation (die allerdings mit guten Sprechern produziert wurde) läßt einige Hintergrundgeräusche vermissen, die Atmo muß leiden. Das Bild weist ein gewisses Rauschen auf, wobei ich dies - wie auch die andernorts kritisierten starken Rottöne - als nicht allzu störend empfand und auch den Produktionswerten dieses Low Budget-Films zurechne. Extras waren nicht allzu viele zu erwarten, was ich ebenfalls in Ordnung finde, denn ich hätte mir die mysteriöse Stimmung des Films nicht durch ein redseliges Making Of zerstören lassen wollen. Für die Texttafeln mit Informationen zu den Darstellern bin ich dankbar, die Aufzeichnungen Murphys zum Strand werden verlesen und sind wenig erhellend. Dafür ist das Menü in Ton und Bild recht stimmungsvoll, wenn auch unaufwendig, gestaltet.








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