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ZOMBIBER (USA 2014)

von André Becker

Original Titel. ZOMBEAVERS
Laufzeit in Minuten. 87

Regie. JORDAN RUBIN
Drehbuch. AL KAPLAN . JON KAPLAN . JORDAN RUBIN
Musik. AL KAPLAN . JON KAPLAN
Kamera. JONATHAN HALL
Schnitt. ED MARX
Darsteller. CORTNEY PALM . RACHEL MELVIN . LEXI ATKINS . HUTCH DANO u.a.

Review Datum. 2014-11-27
Kinostart Deutschland. 2014-11-06

Tierhorrorfilme haben in Hollywood eine lange Tradition. Meist müssen dabei vermeintlich gefährliche Tierarten als Bedrohung herhalten. Haie und Krokodile waren insofern gern gesehene Gäste im experimentierfreudigen Horrorkino der siebziger Jahre. Darüber hinaus wurden aber auch vergleichsweise harmlose Tiere in zweit- und drittklassigen B-Filmen zu lebensgefährlichen Bestien hochstilisiert. Bereits 1972 durfte man z.B. in RABBITS wildgewordene Killerkanninchen beim Durchdrehen und Morden bestaunen. Eine ganze Weile später, nämlich 2006, sorgte schließlich eine Horde blutdürstiger Schafe in der phantasievollen neuseeländischen Splatter-Comedy BLACK SHEEP für jede Menge Ärger.

In ZOMBIBER treiben wiederum mutierte Biber ihr Unwesen. Die naturgemäß recht possierlichen Nagetierchen haben es auf eine Gruppe reichlich austauschbarer Twenty-somethings abgesehen. Die bunt zusammengewürfelte Truppe hat es sich an einem abgelegenen See bequem gemacht, wo sie ausspannen und ein wenig die Sau rauslassen wollen. Natürlich bleiben die üblichen Konflikte und Herzschmerz-Dramen nicht aus. Doch bevor diese wirklich zufriedenstellend aufgelöst werden, kommt es schon zur ersten unbarmherzigen Biberattacke. Die Clique kann mit Mühe und Not entkommen und verschanzt sich in der anliegenden See-Hütte. Nach kurzer Zeit erkennen die verängstigten Jungs und Mädels, dass sie sich selbst in eine todbringende Falle manövriert haben.

Erwartungsgemäß nähert sich Regisseur Jordan Rubin der haarsträubenden Thematik auf humorvolle Weise. Und das bedeutet in diesem Kontext vor allem jede Menge enthemmten, infantilen Klamauk und schlüpfrige Witze. Erfreulicherweise sind die zahlreichen blutigen Effekte und das Creature Design überwiegend handgemacht. Dies sorgt für das nötige naiv charmante B-Film-Flair und führt dazu, dass der Film in seiner Machart fast schon old school wirkt. Ansonsten fällt positiv auf, dass ZOMBIBER dass Trash-Level nicht überstrapaziert und sich stets als Horrorfilm und weniger als Parodie positioniert. Obwohl der Film für einige Lacher gut ist und die Angriffe der Zombie-Biber temporeich inszeniert sind, fehlt es der Produktion allerdings primär an Originalität und ausreichend guten Ideen, so dass letztlich außer der abstrusen Ausgangsidee und ein paar überdrehten Effekten nach der enorm kurzen Laufzeit nicht viel hängen bleibt.

Mit interessanteren Charakteren, originelleren Gags und einem weniger banalen Drehbuch hätte aus ZOMBIBER eine kleine Spaßbombe zum Hirnausschalten werden können. Stattdessen ruht sich der krude Film zu sehr auf seiner hanebüchenen Exposition aus ohne die diesbezüglich geschürten Erwartungen adäquat zu bedienen. Das ist schade, aber verschmerzbar. Die nächste Horror-Comedy, die sich eine weitere bislang vernachlässigte Spezies vornimmt, kommt bestimmt.











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