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YO PUTA (Spanien 2004)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. YO PUTA
Laufzeit in Minuten. 87

Regie. MARÍA LIDÓN
Drehbuch. ADELA IBANEZ . ISABEL PISANO
Musik. JAVIER NAVARRETE
Kamera. RICHARD ARONOVICH
Schnitt. BERNAT VILAPLANA
Darsteller. DARYL HANNAH . DENISE RICHARDS . PIERRE WOODMAN . JOAQUIM DE ALMEIDA u.a.

Review Datum. 2006-03-20
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Was für eine Besetzung: Daryl Hannah (KILL BILL VOL. 1+2), Denise Richards (STARSHIP TROOPERS) und Pierre Woodman (PRIVATE CASTING X 18: ANAL SEX IS GREAT) in einem Film! Doch wer jetzt denkt, dass der dicke Franzose den Beiden das Hintertürchen pudert, wird schon nach wenigen Minuten enttäuscht in die Tischkante beißen: Es wird bevorzugt geredet, geredet und geredet.

Regisseurin María Lidón hat mit ihrer Verfilmung des angeblichen Bestellers gleichen Namens einen Bastard aus Doku, Musikvideo und Spielfilm abgeliefert, der sich vornehmlich an Leute richtet, die ihr Dasein in den letzten 20 Jahren in einer einsamen Berghütte gefristet haben und das Wort "Privatfernsehen" nur vom Hörensagen kennen. Konzeptlos werden Interview-Fetzen mit diversen Prostituierten, Zuhältern und Leuten aus der Pornobranche aneindergereiht, die Erkenntnisse und Weisheiten von sich geben, die heutzutage selbst 12jährigen nur noch ein müdes Lächeln abgewinnen werden.
Ich bin mir sicher, dass die Absicht (ich kenne das Buch nicht) hinter dem Ganzen sicherlich gut gemeint war, nur
1. finden fast alle Interviews vor absolut klischeehaften Backgrounds (Hotelzimmer, Bahnhof…etc.) statt, was auf die Dauer sehr aufdringlich wirkt.
2. wurde der ganze Film in eine knallbunten Videoclip-Optik getaucht, was die offenbar gewünschte Authentizität des Gezeigten mehr als untergräbt.
3. wäre es wünschenswert gewesen, wenn man sich auf eine bestimmte Anzahl Personen konzentriert hätte (gerade Persönlichkeiten wie Woodman haben durchaus spannendes zu erzählen), aber stattdessen wird eine ganze Armada an Leuten aufgefahren, was zu einer einzigen, nach spätestens 20min extrem ermüdenden Aneinanderreihung von Gesprächsschnipseln führt.

Was Hannah und Richards in diesem Wirrwarr verloren haben?
Ab und an versucht Lidón sporadisch auch noch eine Geschichte zu erzählen, die allerdings komplett überflüssig und zudem noch schlecht gespielt ist. Besonders Denise Richards beweist mal wieder, warum man sie hauptsächlich wegen STARSHIP TROOPERS und dem Gruppensex aus WILD THINGS in Erinnerung behalten wird: Die Frau schafft's nicht einmal diese Minimal-Geschichte auch nur annähernd glaubwürdig zu tragen und sieht hier zudem auch noch aus, als ob ihr Woodman während der Dreharbeiten nonstop seine Briefmarkensammlung gezeigt hätte.

Alles in allem ein mehr als gnadenlos selbstverliebt inszenierter, erbärmlicher Film. Lustigerweise dreht die Verantwortliche gerade mit Vincent Gallo. Na, da haben sich ja zwei gefunden...











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