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WU JI - THE PROMISE (Hong Kong/China/USA 2005)

von Björn Eichstädt

Original Titel. WU JI
Laufzeit in Minuten. 103

Regie. CHEN KAIGE
Drehbuch. CHEN KAIGE . ZHANG TAN
Musik. KLAUS BADELT
Kamera. PETER PAU
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. HIROYUKI SANADA . JANG DONG-KUN . CECILIA CHEUNG . NICHOLAS TSE u.a.

Review Datum. 2006-03-20
Kinostart Deutschland. 2006-04-27

Teuer. Zumindest für chinesische Verhältnisse. Damit wirbt der Film ganz ohne Schamesröte. Denn mit 35 Millionen Dollar haben die Produzenten immerhin einen Geldbatzen für ihre ambitionierte Idee zusammenbekommen, wie man ihn im Reich der Mitte noch nie zuvor an einem Filmset gesehen hat. Doch was tun mit der Kohle, wenn man noch recht unerfahren im Umgang mit Förderdevisen ist? Klar: CGI, CGI und nochmal CGI. Und so ist WU JI - THE PROMISE leider ein Playstation-Spiel ohne Interaktion geworden und nicht der wahnsinnig gute Film mit Kunstanspruch, der er hätte sein können.

Die Geschichte stimmt eigentlich: Die kleine Prinzessin Qingcheng irrt durch die wirren eines Schlachtfeldes und schließt in äußerster Not einen Pakt mit einer Zauberin, der ihr zwar ein Leben ohne Sorgen und Nöte verspricht, die große Liebe aber auf immer verwehrt. Als sie zwanzig Jahre später durch einen einfachen Sklaven - im Gewand des Generals Guangmin - von ihrem Ehemann, dem emotionslosen König, erlöst wird, wird sie schmerzlich an ihr Versprechen erinnert. Und auch eine andere Begegnung aus der Vergangenheit macht ihr mehr als einen Strich durch die Rechnung.

Nun gut. Leider funktioniert außer der vordergründigen Geschichte kaum etwas in WU JI - THE PROMISE. Zu sehr fliegen die Stilmittel durcheinander, sieht der Film mal nach chinesischem Staatszirkus, dann nach Mariko Moris Pureland, Playstation des frühen 21. Jahrhunderts oder nur billiger Action aus. Und das, ohne dass die einzelnen Elemente irgendwie ineinander greifen würden. Auch die Geschichte scheitert bei genauerer Betrachtung. Denn obwohl sie in Teilen shakespearehafte Qualitäten aufweist, ist sie zumeist doch nur peinliches Melodram oder verkitschter Andrew Lloyd Webber ohne Gesang und Zusammenhang. Plotlöcher natürlich inklusive.

Zu viel gewollt; das ist mal wieder die Quintessenz. Denn einzelne Elemente von WU JI - THE PROMISE hätten gereicht, um in ausformulierterer Version einen echten Klassiker des chinesischen Kinos schaffen zu können, der Filmen wie HERO in nichts hätte nachstehen müssen, sie sogar in den Schatten stellen könnte. Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. So ist der Film leider nur ein gescheitertes Projekt, das dem Betrachter von Zeit zu Zeit vor Augen führt, was möglich gewesen wäre und ein guter Anwärter für das Guiness Buch der Rekorde in der Kategorie knallbuntester Film aller Zeiten sein dürfte.











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