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VENUS (Großbritannien 2006)

von Björn Eichstädt

Original Titel. VENUS
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. ROGER MITCHELL
Drehbuch. HANIF KUREISHI
Musik. DAVID ARNOLD . CORINNE BAILEY RAE
Kamera. HARIS ZAMBARLOUKOS
Schnitt. NICOLAS GASTER
Darsteller. PETER O'TOOLE . LESLIE PHILLIPS . VANESSA REDGRAVE . JODIE WHITTAKER u.a.

Review Datum. 2008-01-16
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

"Ab einem gewissen Alter ist es vorzuziehen, mit der Abendzeitung in den Händen anstatt mit einer Frau im Arm einzuschlafen." - Dino Segre

Eigentlich hat sich bei Maurice und Ian alles so schön eingespielt. Irgendwo über 70 lässt sich der Alltag eben recht schnodderig und vor allem gelassen verbringen. Die Zeitung in der Hand, ein Schluck Whiskey im Mund. Und so spielen die beiden Freunde von Anfang an die GRUMPY OLD MEN.

Jack Lemmon und Walter Matthau würden sich sehr über Peter O'Toole (Maurice) und Leslie Phillips (Ian) freuen, das ist klar. Doch wo Ian seine knarrenden Knochen nicht mehr zu einer Hundertachtziggradwende animieren kann, da ist Maurice mit deutlich größerer Flexibilität zur Stelle, als es darum geht, Ians pöbelnde Großnichte Jessie - die vom Land nach London gekommen ist, um einen Job als Model zu finden - unter seine Fittiche zu nehmen.

In wunderbar einfache Bilder kleidet Roger Michells neuer Film die Reise zweier Generationen durch London: ER zeigt ihr das Theater, SIE ihm die Clubs. Und dabei begeistert sich der alte Mann unter anderem dafür, dass das junge Küken in einem Zug ein Pint wegmacht. Doch die eher neckischen Ausflüge gewinnen an Emotionalität, als der rüstige Schauspieler Maurice seiner VENUS die Malerei und das Kino näherbringt. Denn: Dass sich ein "Opa" in einen kleinen Vogel verliebt, der gerade das Fliegen lernt, und das auch noch offen ausspricht, ist ja nicht unbedingt alltäglich.

Teilweise rührend, teilweise rüde: Das ist VENUS. Ein Film, der zeigt, wie groß die Kluft zwischen Generationen manchmal sein und wie eng das Verhältnis von Menschen zuweilen werden kann. Auch wenn sich dramatische Zeitverzögerungen im gegenseitigen Erkennen hier immer wieder die Klinke in die Hand geben: Am Ende ist VENUS dann doch ein wirklich schöner, kleiner, liebenswerter Film, der ohne viel Aufwand, aber mit tollen Schauspielern, eine Geschichte vom Leben und auch vom Sterben erzählt. Die ist mal zum Lachen, mal zum Weinen; der Girlpop-Soundtrack macht ganz frohe Laune und auch sonst kann man hier von guter Unterhaltung, mit einem Hauch von Melancholie, sprechen.











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