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THE UNSEEABLE (Thailand 2006)

von Dirk Gerbode

Original Titel. PEN CHOO KAB PEE
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. WISIT SASANATIENG
Drehbuch. KONGKIAT KHOMSIRI
Musik. nicht bekannt
Kamera. CHANKIT CHANIVIKAIPONG
Schnitt. PATAMANADDA YUKOL
Darsteller. SIRAPHAN WATTANAJINDA . SUPORNTIP CHUANRANGSRI . TASSAWAN SENEEWONGSE u.a.

Review Datum. 2007-11-05
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Thailand in den dreißiger Jahren. Nualjans Mann ist weg. Das ist nicht gut, denn daneben, dass sie schwanger ist, war ihre Liebe groß. Trotzdem hat Bangkok ihn verschluckt – das Leben ist nicht immer fair. Seit Monaten sucht sie ihn verzweifelt und landet kurz vor ihrer Niederkunft in einer abgelegenen Villa. Dort geht es nicht mit rechten Dingen zu.

Nach dem hyperstilisierten Thai-Western TEARS OF THE BLACK TIGER und der Pop-Art Off-Beat Romanze CITIZEN DOG landet Regisseur Wisit Sasanatieng in einem Spukhaus. Vielleicht hat er sich dort erschrocken. Denn im Vergleich zu den knallbunten, verspielten Vorgängern ist THE UNSEEABLE nahezu monochrom, reduziert und still. So ästhetisch ausgefeilt wie diese ist er jedoch allemal.
Melancholische Brauntöne, die Kameraeinstellungen immer nah an der verängstigten Hauptfigur, flüssige Montage zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Parallelwelten. Nur die Schockinszenierung ist sehr konventionell. Buh! Ach, es war nur eine Katze. Doch darum geht es hier weniger. Wisit erzeugt eher eine bittersüße Schaueratmosphäre als Horror. In dieser Hinsicht kommt Stimmung auf. Einsamkeit, Hoffnung und Liebe vor dem ungreifbaren und beängstigenden Hintergund des Jenseits. Thailändische Folklore trifft auf europäischen Gothikgrusel. Im Finale wird es dann beklemmend – bis zur nun wirklich nicht sehr erstaunlichen Pointe. Aber auch hier geht es weniger um den Überraschungseffekt, als dass die filmische Geisterwelt mitsamt allen ektoplasmatischen Handlungsfäden wasserdicht bleibt. Und das bleibt sie – was nicht gerade viele ähnlich gelagerte Filme von sich behaupten können.
Die Geschichte geht Wisit Sasanatieng gemächlich an. Nualjan freundet sich mit der abergläubischen Zimmergenossin Choy an. Sie bekommt ihr Baby. Bruchstücke der traurigen Vergangenheit der Villa und ihrer zurückgezogenen Besitzerin werden offenbar. Nualjan gerät in ihren Bann. Unheimliche Gestalten tauchen auf. Überall werden düstere Puzzelteile ausgelegt - bis die zunehmende Beunruhigung und Melancholie schließlich nach Auflösung verlangen.

THE UNSEEABLE ist somit zwar ein sehr guter Gruselfilm, der sich vor allem durch gelungene Ästhetik und sympathisches Understatement auszeichnet. Das Rad erfindet er jedoch nicht neu, nicht eine Speiche. Neben so auffälligen Filmen wie CITIZEN DOG und TEARS OF THE BLACK TIGER bleibt er damit sehr unscheinbar.











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