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UNREST (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. UNREST
Laufzeit in Minuten. 85

Regie. JASON TODD IPSON
Drehbuch. JASON TODD IPSON . CHRIS BILLETT
Musik. MICHAEL COHEN
Kamera. MICHAEL FIMOGNARI
Schnitt. MIKE SAENZ
Darsteller. CORRI ENGLISH . SCOT DAVIS . JOSHUA ALBA . JAY JABLONSKI u.a.

Review Datum. 2007-07-22
Kinostart Deutschland. direct-to-video

"In diesem Film wurden echte Leichen verwendet!" brüllt UNREST einem entgegen. Was bei vielen anderen neuen Filmen so vor allem für die Schauspieler gilt, bietet sich hier aufgrund des Sujets an. Vier Medizinstudenten (drei Typen vom Reißbrett und die obligate Blondine, die Geister sieht) sollen eine Autopsie an einer Frauenleiche vornehmen. Da ist aber irgendwas faul - also, mal abgesehen von der Toten - und eine mysteriöse Todesserie nimmt ihren Lauf. Hauptfigur Allison, die obligate Blondine, die Geister sieht, sieht Geister. Nur sie tritt unfreiwillig in Verbindung mit der Toten, während ringsum die Löffel abgegeben werden.

Anfangs ist das alles noch recht überzeugend. Ein alptraumhafter Einstieg, eine überraschend gute Filmmusik, viele lange dunkle Gänge - es könnte sich Grusel einstellen. Das ändert sich aber schnell. Die Studenten wühlen deartig in den Kadavern rum, daß einem selbst die Toten noch leid tun. Corri English trampelt als Babyspeck-Doofi Allison auf unseren Nerven herum und darf sich in unregelmäßigen Abständen zum Dekan setzen und immer wieder beteuern, daß die Tote zu ihr spricht. Als den Drehbuchautoren die Redundanz auffällt, darf sich Allsion in unregelmäßigen Abständen zur Hauspsychologin setzen und immer wieder beteuern, daß die Tote zu ihr spricht. Die Tode finden offscreen statt, der Grusel läuft sich tot, nachdem der zwölfte dunke lange Gang abgelaufen wurde, und die Prämisse ist schlichtweg zu doof.

Was UNREST aber hin und wieder schafft, ist das Hervorrufen eines gewissen Unwohlseins. Das Gegrabbel an toten Körpern sorgt durchaus für Ekel, und spätestens wenn die Protagonisten, nur mit Unterwäsche bekleidet, in einen trüben Leichentank abtauchen müssen, windet sich auch der härteste Brocken ungemütlich im Sessel. Ob das jetzt echte Leichen sind, die man hier bearbeitet, wage ich angesichts der Prinizipien von Pietät und Hygiene zu bezweifeln, ist aber auch egal: Der Film vermittelt recht gut, wie unangenehm es sich neben Toten lebt. Wer als Schüler oder Student den top-bezahlten Nebenjob als Leichenwäscher angenommen hat, weiß eh, worum es geht.

UNREST hat also ein paar gute Ansätze. Das hilft aber nicht. Dieser Billighorror ist mal wieder langweiliger Quark.











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