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ULTRAVIOLET (USA 2006)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. ULTRAVIOLET
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. KURT WIMMER
Drehbuch. KURT WIMMER
Musik. KLAUS BADELT
Kamera. ARTHUR WONG . JIMMY WONG
Schnitt. WILLIAM YEH
Darsteller. MILLA JOVOVICH . CAMERON BRIGHT . NICK CHINLUND . SEBASTIAN ANDRIEU u.a.

Review Datum. 2006-06-20
Kinostart Deutschland. 2006-07-06

Hiermit lege ich ein Versprechen ab: Eines Tages ist ein Artikel über Drehbuchautor und Regisseur Kurt Wimmer fällig. Der Mann hat mit seinen Regieprojekten soviel Pech, dass es schon weh tut. Mit ONE TOUGH BASTARD hat 1995 alles angefangen. Ein erneuter Versuch, Muskel-Mime Brian Bosworth als Actionhelden zu etablieren. Mit Bruce Payne und MC Hammer (!?) interessant besetzt, visuell schick und mit einigen flotten Ballereien und Kämpfen versehen, war dem im Ganzen doch eher unausgegorenem Werk schon während der Produktion kein Glück beschert: Wimmer wurde noch vor Ende der Dreharbeiten rausgeschmissen, das fertige Werk wanderte schnurstracks in die Videotheken, und es dauerte 7 Jahre, bis Kurt mit EQUILIBRIUM wieder die Chance bekam, auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen.
Doch auch mit EQUILIBRIUM stolperte Wimmer schmerzhaft:
Der ambitionierte Science-Fiction Film war dank einträglicher Lizenz-Verkäufe schon vor Kinorelase in der Gewinnzone, und da die wenigen US-Kinoeinsätze wenig erfolgreich waren, beschloss Miramax kein finanzielles Risiko einzugehen, und so war auch das Thema EQUILIBRIUM erledigt.

Neuer Film, neues Pech: Mit ULTRAVIOLET erlitt der geplagte Regisseur jetzt schon zum dritten Mal eine Bauchlandung. Nachdem Wimmer dem Produktionsstudio Screen Gems seine Wunschversion vorführte, wurde der Film komplett aus den Händen des Regisseurs genommen, in Eigenregie um 30min geschnitten, neu montiert und auch erheblich entschärft. Da mutet es fast schon als Ironie des Schicksals an, dass ULTRAVIOLET an den Kinokassen gnadenlos absoff und die Kritiker sich mit Negativkommentaren förmlich überschlugen.

Sicher, auf narrativer Ebene kackt das Werk um eine vampirähnliche Frau mit Superkräften, die einen kleinen Jungen vor allerhand bösen Schergen retten muss, natürlich gnadenlos ab. Aber ästhetisch sind die 88 Minuten ein Traum: Hier wird der Phrase style over substance eine ganz neue Bedeutung verliehen. Die Kameramänner Arthur und Jimmy Wong machen wirklich jede Sekunde des Films zu einem optisch ausgefeilten Bilderrausch: Egal ob Milla in einer Kirche Gegner aus dem Weg räumt, sich mit dem Obermotz im Dunkeln einen Kampf mit flammenden Schwertern liefert oder sich auch einfach nur mit dem kleinen Hosenmatz unterhält: Der Film ist zum Niederknien schön, man will seine Wohnung mit den Einzelbildern tapezieren.

Doch auch einen weiteren Punkt hat Wimmers Vampir-Comic-Desaster den DAREDEVILS, ELEKTRAS und vor allem UNDERWORLDS dieser Welt voraus: Während die Konkurrenz gerne mit schnarchigen, oftmals völlig verkomplizierten Stories langweilt, wird in ULTRAVIOLET der Turbo-Boost eingelegt. Gut 3/4 der Laufzeit verbringt Frau Jovovich damit, sich durch Heerscharen von Gegnern zu ballern, prügeln oder schlitzen. Das aus EQUILIBRIUM bekannte GUN KATA kommt reichlich zum Einsatz, und das macht dank der einfallsreichen Over-the-top Inszenierung schlicht und einfach Spaß, so doof ULTRAVIOLET anderseits auch ist. Eye Candy eben!











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