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TODESZUG NACH YUMA (USA 2007)

von Hasko Baumann

Original Titel. 3:10 TO YUMA
Laufzeit in Minuten. 117

Regie. JAMES MANGOLD
Drehbuch. HALSTAD WELLS . MICHAEL BRANDT
Musik. MARCO BELTRAMI
Kamera. PHEDON PAPAMICHAEL
Schnitt. MICHAEL MCCUSKER
Darsteller. CHRISTIAN BALE . RUSSELL CROWE . BEN FOSTER . PETER FONDA u.a.

Review Datum. 2007-11-07
Kinostart Deutschland. 2007-12-13

Mann gegen Mann. So haben wir das gern im klassischen Western, und genauso sieht es auch in TODESZUG NACH YUMA aus. James Mangolds neuester Film, das Remake eines 50 Jahre alten Westerns von Delmer Daves, will genau das sein: Ein 50 Jahre alter Western, realisiert mit den Mitteln von heute. Wer das heutzutage gewinnbringend verkaufen will, braucht Stars, und die hat sich Mangold geholt: Standen sich einst Glenn Ford und Van Heflin gegenüber, sind es heute Christian Bale und Russell Crowe.

Der verarmte und im Bürgerkrieg verletzte Farmer Dan Evans (Bale) sieht seine große Chance gekommen, als er mit seinen zwei Söhnen bei der Ergreifung des legendären Bank- und Postkutschenräubers Ben Wade (Crowe) behilflich sein kann. Wade soll innerhalb von drei Tagen zum Bahnhof von Contention überführt werden, wo um zehn nach drei der Zug zum Gefängnis von Yuma abfährt. Evans, der nicht nur die Belohung dringend braucht, sondern sich auch seiner Frau als Mann und seinen Söhnen als Vater beweisen will, schließt sich der Eskorte an. Dabei sieht er sich nicht nur der psychologischen Kriegsführung des cleveren Gefangenen ausgesetzt. Wades rechte Hand, der psychopathische Charlie Prince (Ben Foster) ist ihnen mit der ganzen Bande auf den Fersen, und überall auf der Reise lauern Gefahren durch Indianer und den lynchgeilen Mob (hier darf sich Luke Wilson als debiles Landei mit einem Gastauftritt empfehlen).

Natürlich ringen sich Evans und Wade im Laufer Zeit gegenseitigen Respekt ab, und eben jener Schlagabtausch ist es, der dem Zuschauer Freude bereitet: Das fiebrige Chamäleon Bale tritt gegen das hochkonzentrierte Kraftpaket Crowe an. Und das ist eine Schau. Obwohl Bale sich etwas zu viel für etwas zu wenig Rolle verausgabt und die Eitelkeit Crowes mit dieser x-ten Variante seiner angestammten Rolle als "Harte Sau mit Herz" wieder mal zu sehr umschmeichelt wird, darf man hier zwei Profis in ausgezeichneter Form bei der Arbeit zu sehen - was einfach Spaß macht. Daneben können sich nur noch Ben Foster als gnadenloser Killer und Peter Fonda in seinem besten Auftritt seit ULEE'S GOLD behaupten.

James Mangold ist immer dann stark, wenn er ausgewiesenes Genrekino mit dem gewissen Etwas zu erzählen versteht (COPLAND, IDENTITY), und immer dann schwach, wenn er mehr will (WALK THE LINE). Hier will er geradeaus. Er pimpt seinen Western mit saftigen Actioneinlagen und Stunts und läßt Komponist Marco Beltrami mit einem recht zünftigen Score Richtung Italien schielen. Erst am Schluß, ausgerechnet im großen Finale, enttäuscht YUMA ein wenig und mündet dann auch noch in ein zu Recht im Internet vieldiskutiertes, nicht zufriedenstellendes Ende. Aber: Dies ist durchaus das, was man "großes Kino" zu nennen pflegt, es ist auch pures Männerkino und es hätte ganz sicher meinem seligen Vater gefallen.

Das sind alles große Komplimente. Der Film hat sie verdient.











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