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DIE SUPER-EX (USA 2006)

von Matthias Mahr

Original Titel. MY SUPER EX-GIRLFRIEND
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. IVAN REITMAN
Drehbuch. DON PAYNE
Musik. TEDDY CASTELLUCCI
Kamera. DON BURGESS
Schnitt. WENDY GREENE BRICMONT . SHELDON KAHN
Darsteller. UMA THURMAN . LUKE WILSON . ANNA FARIS . EDDIE IZZARD u.a.

Review Datum. 2006-11-15
Kinostart Deutschland. 2006-11-16

Ivan Reitman ist ein Komödienspezialist. Sagt man zumindest seit der Mann, der auch Schwarzenegger schrecklich lustig fand, Mitte der 80er mit GHOSTBUSTERS einen Superhit landete. Dabei übersieht man oft, dass der Witz dieses Films nicht in der Qualität der Gags oder gar Reitmans Gespür für Timing lag sondern schlicht in der Gabe einer Truppe begabter Komiker, auf dem Höhepunkt ihres Könnens ihr schwachsinniges Treiben mit tierischen Ernst und wissenschaftlicher Sorgfalt darzustellen. Hier bei der SUPER-EX hat er mit Izzard einen britischen Profi, der eindrucksvoll mit einem Felsen im Kühlschrank zeigt, dass man mit der richtigen Mimik auch bei einer Pointe, die 5 km gegen den Wind riecht, punkten kann. Er hat mit Faris den Star einer Ersetzte Pointen durch Zitate "Komödien"-Reihe namens SCARY MOVIE Und er findet wohl Thurman schrecklich lustig.

Der Film lässt sich ordentlich Zeit bis er zum Knickpunkt kommt, den man durch Marketing und Titel ohnedies schon weiß, beginnt als My Super Date und lässt es erst nach einer Stunde in der Beziehung krachen. Hätte man diesen Punkt vorab verheimlicht, der Film wäre um eine (die einzige) Überraschung reicher und das hätte schon reichen können, damit er wenigstens nicht ganz mies ist. Sobald man meint, nun könnte der Film von RomCom Richtung SADISTICO oder von mir aus FATAL ATTRACTION schwenken wird der zweite kapitale Bock erlegt. In einer Rückblende, erzählt von "G-Girl" Uma Thurman, zeigen die Bilder mehr als Uma Thurman wissen kann und vor allem mehr als der Zuschauer wissen sollte! Die Enttäuschung, wenn sich der Film dann doch als RomCom entpuppt wiegt so zwar geringer, dafür wird aber gleich mal die Schlusspointe verfeuert.

Bevor Teri Hatcher zur verzweifelten Hausfrau wurde war sie mehrere Jahre Lois Lane in der Superman-Serie LOIS & CLARK. Schon damals wurde weit mehr Augenmerk auf Romanze als auf klassische Comic-Book-Action gelegt. Aber auf die Idee, dass der Super-Held eine Geheimidentität hat, die ausgerechnet dem Super-Schurken bekannt ist, wäre man auch dort nicht gekommen. Was die Serie diesem Film -neben der Weisheit, Genre-Gesetze wenigstens rudimentär zu befolgen- voraushatte war, dass die Charaktere wenigstens gut gezeichnet waren. Das G-Girl, das dem Lover selbstsicher sagt, dass er ein lausiger Küsser sei soll das gleiche sein, dass sich vor Eifersucht verzehrt, wenn eine Arbeitskollegin mit zum Essen kommt? Superkräfte bedeuten, dass man im Bett zum Hulk wird? Hier wird keine Möglichkeit ausgelassen das Publikum für blöd zu verkaufen.
Sieht man von einer kurzen Szene mit einem wirklich coolen Fisch ab ist auch SFX-mäßig nicht viel los. Flugszenen gehören freilich dazu, sehen aber bescheiden aus. Es gibt also eigentlich keinen Grund, sich den Film anzusehen nur weil man auf Superhelden-Comics steht. Es gibt auch keinen Grund für die Thurman-Fans. Jemand, der sie auch als Emma Peel gemocht hat muss hier konstatieren, dass sie in dieser Rolle einfach schrecklich ist. Und sonst? Gibt es eigentlich auch keinen.











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