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SOME KIND OF HATE (USA 2015)

von André Becker

Original Titel. SOME KIND OF HATE
Laufzeit in Minuten. 83

Regie. ADAM EGYPT MORTIMER
Drehbuch. ADAM EGYPT MORTIMER . BRIAN DELEEUW
Musik. ROBERT ALLAIRE
Kamera. BENJI BAKSHI
Schnitt. JOSH ETHIER
Darsteller. RONEN RUBINSTEIN . LEXI ATKINS . SPENCER BRESLIN . GRACE PHIPPS u.a.

Review Datum. 2016-08-16
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

SOME KIND OF HATE ist einer dieser Low-Budget-Filme, die krampfhaft versuchen originell zu sein, um ja nicht in eine irgendeine Genre-Schublade gepresst zu werden. Mit seiner kruden Mischung aus hartem Slasher, Geisterfilm und Jugenddrama tanzt die Produktion tatsächlich auf vielen Hochzeiten. Herausgekommen ist dabei aber leider kein stimmiges Endprodukt, sondern lediglich ein unterdurchschnittlicher Horrorstreifen, der statt kurzweiliger Unterhaltung vor allem gähnende Langeweile auf unterstem Niveau verbreitet.

Die Geschichte dreht sich um den rebellischen Außenseiter Lincoln (Ronen Rubinstein), der nach einem gewaltsamen Zwischenfall in der Schule in eine Art Erziehungscamp inmitten der amerikanischen Einöde gesteckt wird. Dort angekommen erwarten ihn jedoch weitere Schikanen, da auch hier eine äußerst rigide Hackordnung herrscht. Mobbing und Gewalt sind an der Tagesordnung, was dazu führt dass Lincoln immer stärker ins Visier mehrerer jugendlicher Schläger gerät. Als die Lage komplett zu eskalieren droht bekommt der schüchterne Heranwachsende ungewollt Hilfe von einem mysteriösen Geisterwesen, das seine Peiniger einen nach dem anderen aus dem Weg räumt. Ehe er sich versieht ist Lincoln ungewollt Teil eines blutigen Racheplans, der das Camp in ein Schlachthaus verwandelt.

Eines kann man dem Film nicht absprechen: Bildgestaltung und Kameraführung sind zweifelsfrei weit überdurchschnittlich. Das war es schlussendlich allerdings auch schon mit den positiven Merkmalen, denn der Rest ist ein ziemlich katastrophaler Käse. Zunächst einmal will der Film nie richtig in Gang kommen. Spannung, oder sonstige Schauwerte sucht man vergebens. Zwar werden immer mal wieder recht harsche Gewaltmomente eingestreut, die wohl das Splatter-Publikum bedienen sollen, diese verpuffen aber gänzlich in ihrer Wirkung, da einem die Figuren und deren Schicksal total schnuppe sind. Selbst für einen B-Film dieses Kalibers sind die Protagonisten nämlich erschreckend klischeehaft und oberflächlich charakterisiert. Ein ziemliches Ärgernis sind zudem die darstellerischen Leistungen der Jungschauspieler. Diese sind durch die Bank weg mäßig und führen dazu, dass die Produktion auch auf dieser filmischen Ebene nicht besonders gut wegkommt.

Das der Film das Thema Mobbing im Schulalltag und unter Jugendlichen im Allgemeinen wenig sensibel angeht ist einem schon nach wenigen Minuten klar. Die Art und Weise wie das dilettantische Drehbuch die Thematik als Ausgangslage für seine (übersinnliche) Rachegeschichte nutzt, ist dann aber doch erschreckend plump. SOME KIND OF HATE rockt somit weder als No Brainer für Slasher-Fans, noch punktet er als spooky Geisterfilm und schon gar nicht taugt die Chose als realitätsnahes Jugenddrama. Obwohl man mitunter durchaus merkt, dass Regisseur Adam Egypt Mortimer sich Gedanken gemacht hat wie er Bilder perspektivisch aufbaut und sie auf filmästhetischer Ebene abbildet ist sein blutiger Schocker ein reichlich überflüssiges B-Movie, dass allerhöchstes bei unverbesserlichen Horror-Allesguckern auf Interesse stoßen könnte.











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