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SOFT TARGET (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. SOFT TARGET
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. ART CAMACHO
Drehbuch. WILLIAM C. MARTELL
Musik. KENNY MERIEDETH
Kamera. KIM KROONENBURG
Schnitt. TONY MARK
Darsteller. DON "THE DRAGON" WILSON . OLIVIER GRUNER . GARY BUSEY . MARTIN KOVE u.a.

Review Datum. 2007-08-28
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Als Actionfan kann man nicht dran vorbei. Also gut, als B-Actionfan. Mit erweiterten Toleranzgrenzen gegenüber C-Action. Olivier Gruner, Don "The Dragon" Wilson, Gary Busey, Martin Kove und Fred Williamson in EINEM Film? Her damit. Die Handlung ist simpel, und so gehört sich das ja auch: Zwei Cops werden in einem Motel die Lichter ausgepustet, ebenso dem Kronzeugen, den sie bewachen sollten. Eine Prostituierte hat das alles unbemerkt mitbekommen. Nun sind die bösen Jungs hinter ihr her. Zwei gute Bullen (Wilson und Gruner) nehmen sich ihrer an und müssen bald feststellen, daß sie sich einem ganzen Haufen ganz ganz böser Kollegen erwehren müssen.

Soweit, so gut. Die junge Nutte (Diana Kauffman) ist sexy und wird in ebensolche Klamotten gezwängt, so daß ab und zu nonchalant ihr Hintern abgefilmt werden kann und ihre Möpse beim Rennen schön auf und nieder wackeln. Alles ok. Nur die Action, die ist mies. Sehr, sehr mies. Unübersichtliche Ballereien funktionieren - im doppelten Wortsinn - nach dem Schuß-Gegenschuß-Prinzip. Dabei wird meistens aufs Mündungsfeuer, immer jedoch auf blutige Einschüsse (mit einer Ausnahme am Schluß) verzichtet. Eine hübsche Autoexplosion stammt aus MISSION: IMPOSSIBLE. Die Kampfszenen sind ebenfalls nicht der Rede Wert: Wilson ist nicht in Form, und selbst der versiertere Gruner kann nicht glänzen, weil die Fights schlecht gedreht und verschnitten sind.

Überhaupt, die "Stars": Nur Olivier Gruner, ausgerechnet Olivier Gruner kann überzeugen. Der Mann spielt wirklich nicht schlecht. Alle Achtung! Fred Williamson beißt schon nach fünf Minuten ins Gras und ist wahrscheinlich der einzige LAPD-Cop, der sich mit einem Shakespeare-Zitat aus dem Leben verabschiedet. Don "The Dragon" Wilson sieht in manchen Einstellungen aus wie die weibliche alte Küchenhilfe in einem China-Imbiß und spielt erbärmlich schlecht. Martin Kove hat in dieser Zurschaustellung übelster 80er-Action-Kostüme die schlimmsten Klamotten abgekriegt und macht einen auf geheimnisvoll. Gary Busey spielt in einem anderen Film, und der läuft schon lange nur noch in seinem Kopf. Zwei Takes versemmelt er total, aber Regisseur Camacho hat sich wohl gedacht, egal, laß uns bloß fertig werden mit dem Irren.

Aber Camacho hat auch sonst nichts drauf: Mit dem exzessiven Einsatz von Schwarzblenden haut er dem Film immer wieder die Füße weg. Unfreiwillige Komik steht auf dem Programm, insbesondere wenn sich die sexy Nutte mit Oma Wilson über dessen Vergangenheit unterhält und dann nahtlos zum Fummeln übergeht. Sleaze kommt nicht zu kurz: Gruner darf in der Badewanne ein paar pralle Silikontitten kneten, während Wilson auf Tuchfühlung geht und auch die Hauptdarstellerin blank zieht. Dazu übelstes Softsex-Geschwurbel mit E-Gitarre. Wie früher. Schön!

Art Camacho ist das, was man immer so gern ein "Multitalent" nennt: Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor, Choreograph, Stuntman... Nur leider hat man nach Ansicht dieses Films den Eindruck, daß er das alles zwar macht, aber nicht kann. Aber egal: Als Actionfan kann man eh nicht dran vorbei. Auch wenn man keine Action bekommt. Aber hey, ein überraschend guter Gruner, ein heißes Babe und jede Menge Lacher, zwei Bier dazu, geht auch.











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