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THE SENTINEL (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. THE SENTINEL
Laufzeit in Minuten. 108

Regie. CLARK JOHNSON
Drehbuch. GEORGE NOLFI
Musik. CHRISTOPHE BECK
Kamera. GABRIEL BERISTAIN
Schnitt. CINDY MOLLO
Darsteller. MICHAEL DOUGLAS . KIEFER SUTHERLAND . EVA LONGORIA . KIM BASINGER u.a.

Review Datum. 2006-05-05
Kinostart Deutschland. 2006-06-15

Schön, Michael Douglas wiederzusehen. Noch schöner, daß er sich zu seinen Falten bekennt und nicht mehr aussieht wie seine eigene Wachspuppe in DON'T SAY A WORD. Als Secret Service-Agent mit Legendenstatus Pete Garrison macht er eine gute Figur. Garrison beschützt den US-Präsidenten (ausgerechnet von David "Sledge Hammer" Rasche verkörpert, was zu Gejohle im Auditorium führt), besonders körpernah fällt allerdings seine Betreuung der First Lady (verheult: Kim Basinger) aus. Michael Douglas, eine pikante Affäre, ein Thriller: Das könnte was werden.

Garrison kriegt plötzlich mehr oder minder en passant gesteckt, daß ein Verräter im Secret Service sitzt und plant, den Präsidenten unsanft aus dem Amt zu befördern, nämlich postwendend ins Jenseits. Ausgerechnet Garrison selbst gerät nun unter Verdacht und wird von seinem Intimfeind Breckinridge (im Jack Bauer-Modus: Kiefer Sutherland) und dessen Schützling Jill (Eva Longoria) gehetzt. Garrison muß seine besten Tricks anwenden, um den Verräter zu enttarnen und dabei am Leben zu bleiben.

Leider hat Garrison aber überhaupt keine Tricks drauf, zumindest kriegen wir keine zu sehen - da war ja Dr. Kimble gewiefter, und der war Arzt. Eigentlich passiert sowieso so gut wie gar nichts, wenn auch die Musik immer was anderes behauptet. Schleppend und ohne Höhepunkte latscht THE SENTINEL breitärschig auf ein vorhersehbares Finale zu. Das wäre noch nicht mal so schlimm, jemand wie Roger Donaldson hätte aus diesem Durchschnittsstoff zumindest einen ansehnlichen Durchschnittsthriller gemacht. Aber am Ruder saß Clark Johnson, der auch schon die Nullnummer SWAT verbrochen hat.

Der Mann kann gar nichts. THE SENTINEL dürfte der mit Abstand am schlechtesten inszenierte Hollywoodfilm des Jahres sein. Johnson wackelt und zoomt sich einen behaupteten Dokumentaranspruch zurecht und greift andauernd in die Effektekiste, und zwar immer schön daneben. Ein Haus und eine Flagge direkt am Anfang kommen aus dem Rechner und sehen unterirdisch aus, Rückprojektionen im Auto sind schlichtweg beschämend realisiert. Zu allem Überfluß ist der Film unfaßbar schlecht geschnitten, eine gewisse Cindy Mollo hat definitiv ihren Beruf verfehlt. Grauenvoll.

Die arme Eva Longoria wird allen Ernstes mit einem Close-Ups ihres Hinterns eingeführt und erholt sich in ihrer "Ich steh rum und seh gut aus"-Rolle davon nicht mehr. Alle Bösen haben Hackfressen und sind daher sofort als Böse zu erkennen. Zum Leben erwacht der Film nur, wenn Douglas und Sutherland aufeinander treffen und sich gegenseitig die Meinung geigen. Aber das passiert nicht oft. Und ansonsten passiert, wie gesagt, nichts.

Der gute Michael Douglas, auch der Produzent des Films, hat bei der Auswahl des Stoffes keine glückliche Hand bewiesen. Bei der Auswahl des Regisseurs allerdings hat er in die Scheiße gefaßt.











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