AFTER DARK Film TALK Facebook Twitter

das manifest¬  kontakt¬  impressum¬  verweise¬  übersicht¬ 
[   MEINUNGSMACHER  |   GEDRUCKTES IST TOT  |   KAPITELWAHL  |   UNENDLICHE TIEFEN
   MENSCHEN  |   GESPRÄCHE  |   FEGEFEUER DER EITELKEITEN  |   MIT BESTEN EMPFEHLUNGEN   ]
MEINUNGSMACHER

THE ROOMMATE (USA 2011)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. THE ROOMMATE
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. CHRISTIAN E. CHRISTIANSEN
Drehbuch. SONNY MALLHI
Musik. JOHN FRIZZELL
Kamera. RANDY BRICKER
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. LEIGHTON MEESTER . MINKA KELLY . CAM GIGANDET . ALYSON MICHALKA u.a.

Review Datum. 2011-03-23
Kinostart Deutschland. 2011-03-31

Das Konzept PG-13-Horrorfilm muss man wohl von vornherein mit einer gewissen Skepsis betrachten: Schock-Momente zu erzeugen, ohne zu explizite Gewalt zeigen zu dürfen, ist auch für versierte Regisseure eine große Herausforderung - nicht selten wirkt das Ergebnis zahm, zu wenig bedrohlich, um wirklich Angst einzujagen. THE ROOMMATE von Christian E. Christiansen (Oscar-Gewinner für seinen Kurzfilm OM NATTEN) ist so ein misslungener Versuch.

Es geht um Sara (Minka Kelly), eine junge Design-Studentin, die in ihrem ersten Semester als Zimmergenossin Rebecca (Leighton Meester) zugewiesen bekommt. Zunächst entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft, doch Rebecca scheint immer mehr von Sara besessen. Angetrieben von Eifersucht beginnt sie, Saras Umfeld psychisch wie physisch zu terrorisieren.

Das Setup ist etwas dünn, jedoch nicht ohne Potential - es verlangt vor allem nach glaubhaften, interessanten Charakteren. Diese hat das Skript von Sonny Mallhi leider jedoch nicht zu bieten. Rebecca und Sara verkörpern stumpfe Klischees - hier die lebensfrohe, beliebte (und grandios langweilige) Muster-Studentin, dort die partyscheue, zurückgezogene graue Maus, die sich natürlich als Psychopathin entpuppen muss - was letztlich auch nur halbherzig und unbefriedigend erklärt wird. Rebecca bietet als die "Böse" des Films weder nachvollziehbares Motiv noch wirkt sie tatsächlich gefährlich. Dass weder Kellys noch Meesters Performance über eine solide Leistung hinausgehen, verstärkt diesen Eindruck noch. Auch die Nebenfiguren wirken keinen Deut inspirierter: Alyson Michalka bleibt als Saras party-süchtige Freundin Tracy, Rebeccas erstes "Opfer", blass und charakterlos, Cam Gigandet gibt Saras Love-Interest und trägt vor allem James Francos selbstgefälliges, leicht weggetretenes Grinsen auf, ohne dabei jedoch dessen Charme oder gar Talent zu besitzen.

Fast noch schlimmer als diese nur angedeuteten und nie wirklich aussagekräftigen Charakterzüge der Figuren sind jedoch ihre unverständlichen Reaktionen auf Rebeccas Verhalten. Dass Tracy, nachdem sie von Rebecca in der Dusche angegriffen und bedroht wurde, nicht zur Universitätsleitung geht, mag zwar noch nachvollziehbar sein. Dass daraufhin aber Sara, als sie merkt, wie Tracy vor Rebecca regelrecht flüchtet, nicht weiter nachfragt (obwohl sie selbst bereits Anzeichen von Rebeccas merkwürdigem Verhalten festgestellt haben müsste), scheint eine Entscheidung zu sein, die ausschließlich durch den konstruierten Plot zu begründen ist.

Zusammen erwecken diese Kritikpunkte den Eindruck, dass Sara und ihre Freunde Rebecca vor allem aufgrund eigener Dummheit eine Macht über sie gewinnen lassen, die durch nichts wirklich gerechtfertigt ist. Rebecca mag eine Psychopathin sein, doch sie ist eben keine starke Figur, die in der Lage wäre, ihre Mitmenschen so im Griff zu haben. Kombiniert mit einer Kamera, die stets wegschaut, und einer Inszenierung, die nie echte Schockmomente, sondern lediglich Konventionen und Klischees bietet (überrascht es wirklich noch jemanden, wenn eine junge Frau in der Dusche angegriffen wird?) entsteht so ein in jedem Sinne des Wortes blutleerer, langweiliger und oberflächlicher Film.











AFTER DARK Film TALK | Facebook | Twitter :: Datenschutzerklärung | Impressum :: version 1.11 »»» © 2004-2018 a.s.