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REVOLVER (Großbritannien 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. REVOLVER
Laufzeit in Minuten. 107

Regie. GUY RITCHIE
Drehbuch. GUY RITCHIE
Musik. NATHANIEL MECHALNY
Kamera. TIM MAURICE-JONES
Schnitt. ROMESH ALUWIHARE . IAN DIFFER . JAMES HERBERT
Darsteller. JASON STATHAM . RAY LIOTTA . ANDRÉ BENJAMIN . VINCENT PASTORE u.a.

Review Datum. 2006-03-03
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Wenn ich Madonnas "Hung Up" noch einmal höre, krieg ich Hirnsausen. Jetzt muß man sich mal vorstellen, man hat die Alte zuhause sitzen und soll sich das Geholze Tag und Nacht reinballern lassen, weil doch die Comeback-Platte fertig und das Älterwerden weggesungen werden will. Dann hat man schon Hirnsausen, bevor die heavy rotation überhaupt einsetzt.

Und die heavy rotation hat bei Guy Ritchie leider in der Rübe angefangen. Der kaputtgehypte Brite, der sich dank seiner (Ka)Ballaballa-Gattin im Wettbewerb um den Titel des Mr. Pussywhipped angestellt hat (gegen Ohrbrilli Harrison und Kamelle-Depp Seal ist allerdings noch kein Kraut gewachsen), zeigt sich mit REVOLVER auf dem Weg ins Lummerland.

Jason Statham legt sich als Superspieler Jake mit Gangsterboß Dorothy (Ray Liotta) an. Darüber hinaus wird ihm eine tödliche Krankheit attestiert, und zwei sehr mysteriöse Dunkelmänner (André "3000" Benjamin und Vincent Pastore) benutzen ihn ganz nach Gutdünken, haben aber auch jede Menge Fragen an ihn. So verbringt Jake den größten Teil seiner Zeit damit, extrem harzige Lebensweisheiten runterzubeten, oft im on, aber bis zum Exzeß im off. Keine Sekunde vergeht ohne Jason Stathams enervierend monotonen Baß, der ton- und sinnlos totales Blech dahersabbelt. Schon recht früh kündigt sich an, daß auch in Jakes Kopf nicht alles rund läuft, und schon ist man mittendrin in THE USUAL FIGHT CLUB: Ich bin schizophren, und ich bin es auch.

Jenseits der Gummizelle ist dieses eitle Wirrwarr unmöglich nachzuvollziehen. Spannung oder Dramatik werden durch treibende - und zugegebenermaßen sehr, sehr gute - Musik ersetzt; visuelle Einfälle gibt es hier und da, jedoch sind diese mal wieder in keinster Weise der Handlung Untertan. Und auch nicht wirklich sorgfältig: Bei einer schicken blauen Einstellung mit einem blanken Liotta hängt die Keule ins Bild - nicht Liottas, die vom Tonmann. Eine krachige Begegnung Stathams mit einer Windschutzscheibe sieht extrem gut aus, hat aber absolut keine Bedeutung; die Sets sind teils sehr schick, aber auch sehr übersichtlich; und die schlecht animierten Trickfilmsequenzen brauch ich nun wirklich nicht, und Spielereien mit Untertiteln auch nicht... ich brauch das alles nur, wenn in der ganzen Kinderei eine gewisse Stringenz steckt.

Wer sowas trotzdem gut verkaufen will, braucht Besetzung aus 16 Karat Gold. Wie sieht's aus? Statham ist stur und steif. Liotta gibt sich Mühe und kommt schadlos raus. Totalausfall: Der zu meinem allergrößten Unverständnis offenbar für ein Allroundtalent gehaltene Outkast-André. Grauenvoll. Will ich nie wieder sehen.

Kurz vorm Ende gibt es noch einen originellen Shootout, aber es ist einem völlig latte, wer da wen abknallt. Statham darf im Fahrstuhl, wenn es ihm so richtig im Hirn saust, nochmal ein bißchen aus sich raus (im doppelten Sinne), und dann folgt eine Auflösung, die einem bis auf die Tatsache, daß es endlich, endlich vorbei ist, total scheißegal sein kann.

Aber wenn das die einzige Möglichkeit für Guy Ritchie ist, mal von der Alten wegzukommen, bitte.











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