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DAS PARFUM - DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS (Frankreich/Spanien/Deutschland 2006)

von Janina Bodon

Original Titel. DAS PARFUM - DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS
Laufzeit in Minuten. 147

Regie. TOM TYKWER
Drehbuch. ANDREW BIRKIN . BERND EICHINGER . PATRICK SÜSKIND
Musik. REINHOLD HEIL . JOHNNY KLIMEK . TOM TYKWER
Kamera. FRANK GRIEBE
Schnitt. ALEXANDER BERNER
Darsteller. BEN WISHAW . DUSTIN HOFFMAN . ALAN RICKMAN . RACHEL HURD-WOOD u.a.

Review Datum. 2006-08-27
Kinostart Deutschland. 2006-09-14

Die Verfilmung des erfolgreichen Romans von Patrick Süskind DAS PARFUM musste kommen. Es hat zwar seine Zeit gedauert, aber dass es irgendwann passiert, war klar wie ein gläserner Flakon. Die Handlung des 1985 erschienenen Bestsellers ist vielschichtig und komplex. Genau darin sah Tom Tykwer (LOLA RENNT, DER KRIEGER UND DIE KAISERIN, HEAVEN) wohl eine Herausforderung.

In die schmutzige, stinkende und barbarische Welt des Pariser Fischmarktes wird Jean-Baptiste Grenouille (Ben Wishaw) 1738 geboren, von der Mutter ungewollt und, wie es scheint, seinem Schicksal ausgeliefert. Praktisch dem Tod geweiht wehrt sich der schreiende Säugling jedoch lautstark gegen sein frühes Ende. Er wird gerettet und wächst im Waisenhaus von Madame Gaillard (Sian Thomas) auf. Die anderen Waisenkinder fürchten sich vor ihm, denn er ist nicht so wie sie. Er spricht so gut wie nie, lebt in seiner eigenen, von Gerüchen bestimmten Welt. Er kann Düfte erfassen und "in sich sammeln" wie kein anderer. Oft fehlen ihm Worte, die geeignet scheinen, zu beschreiben, was er riecht. Mit 13 trifft er auf den Parfumeur Baldini (Dustin Hoffman), der ihn unter seine Fittiche nimmt und in seine Künste einweist. Einige Zeit später perfektioniert er bei Madame Arnulfi (Corinna Harfouch) sein Handwerk. Doch Jean-Bapiste will mehr: Ihn plagt der Wunsch, ein Parfum zu kreieren, so wundervoll und einzigartig, wie es noch nie eines gab auf der Welt. Und Grenouille findet, dass sich zu diesem Zweck besonders gut der Körpergeruch schöner, junger Mädchen eignet. Die Morde beginnen...

Alles in Allem: Überaus sinnlich, zart betörend und auffallend gut von Bernd Eichinger produziert. Wer Filme mit Erzähler mag, fühlt sich sofort gut aufgehoben. Das hohe Budget wurde sinnvoll angelegt. Internationale Schauspieler (Dustin Hoffman, Alan Rickman), bekannte deutsche Darsteller (Corinna Harfouch, Karoline Herfurth) und ein hoch motivierter Regisseur (Tom Tykwer) haben hier großartige Arbeit geleistet:
Die Ausstattung ist fantastisch: Tadellose Kostüme und gestylte Schauspieler, die auf faszinierende Weise echt und gerne auch ein wenig dreckig wirken, genau so, wie man sich die Menschen und Kleider Mitte des 18. Jahrhunderts eben vorstellt.
Perfekt unterstrichen vom Berliner Philharmonie Orchester und vielen zarten Gesangssolos gleitet man von einer sinnlichen Nahaufnahme in die Nächste. Trotzdem bleibt die Gänsehaut nicht aus. Nicht vor Spannung strotzend, aber doch angenehm kribbelnd erzählt Tykwer die Geschichte des Autisten Jean-Baptiste Grenouille, zu dem man trotz seiner Gräueltaten eine unaufdringliche, konstante Nähe fühlt. Das Nüchterne, Instinktive in ihm lässt seine Morde weniger abstoßend werden. Einige wenige Längen werden von einer schönen Kameraarbeit, die uns faszinierende Bilder liefert, bei denen es viel zu entdecken gibt, gut überdeckt, selbst die etwas "studiohaft" wirkende Beleuchtung verliert dadurch an Präsenz. Wie ein gutes Parfum hat dieser Film eine federleichte Kopfnote, die schnell verfliegt, eine warme Herznote, die man noch ein wenig später spürt und eine tiefe Basisnote, die mindestens einige Tage bestehen bleibt. Die letzte, wichtigste, besondere Note… ja, die erkennt man wohl nur, wenn man ihn gesehen hat.











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