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PARANORMAN (USA 2012)

von Sandra Schröder

Original Titel. PARANORMAN
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. CHRIS BUTLER . SAM FELL
Drehbuch. CHRIS BUTLER
Musik. JON BRION
Kamera. TRISTAN OLIVER
Schnitt. CHRISTOPHER MURRIE
Darsteller. KODI SMITH-MCPHEE . JOHN GOODMAN . CASEY AFFLECK . LESLIE MANN u.a.

Review Datum. 2012-08-13
Kinostart Deutschland. 2012-08-23

Norman kann mit den Toten reden. Ausgelutscht - könnte man da meinen. Dass man das Ganze allerdings ins Animations- und Familienfilmgenre verlegt hat, lässt zumindest auf eine gute Portion Lacher hoffen. Und die Sache fängt auch tatsächlich recht charmant an: Norman schaut gerne mit seiner Oma Zombiefilme. Dass die schon lange das Zeitliche gesegnet hat, stört den Kleinen nicht. Immerhin ist er es gewohnt, mit verstorbenen Nachbarn zu reden, überfahrenen Geisterhunden das Stöckchen zu zuwerfen oder tödlich verunglückten Fallschirmspringern makabre Witzchen zu erzählen. Die Lebenden in Normans kleiner Welt finden das irgendwie gar nicht so lustig. Die Bewohner der Kleinstadt bleiben lieber auf Abstand zu dem Sonderling - seine Familie mit eingeschlossen. In der Schule nennen sie ihn Freak und einzig und allein der dicke Neil fühlt mit dem Verstoßenen. Als er sich mit Norman anfreundet, kommt der endlich wieder aus seinem Schneckenhaus. Allerdings ändert sich alles schlagartig, als sich ein alter Fluch erfüllt und es die ganze Stadt mit wiedererwachten Toten und krummnasigen Hexen zu tun bekommt. Norman, der auf dem Gebiet des Übernatürlichen bewandert ist, kann als Einziger die Stadt retten.

Und je mehr Einblick man ab da in die Nachbarschaft bekommt, desto schlagartig fällt auch die Begeisterung ab: natürlich ist der adipöse Junge Außenseiter, Normans Blondinen-Schwester nur an Jungs und ihrem Aussehen interessiert ("Ich glaube ich habe mir einen Nagel abgebrochen.") und der hübsche Quarterback der Schule dumm wie Brot. Vielleicht wollen manche Filmemacher mit allgemein bekannten Klischees Welten erschaffen, in der sich jeder gut zurecht findet, allerdings müssen sie dann auch damit leben, dass man ihre Filme als langweilig empfindet. Auch die Art des Humors in PARANORMAN ist ja ganz nett, aber halt eben auch nur das. Hier bewegt man sich meistens im sicheren Slapstick-Bereich und so kann man sich meistens nur einen erzwungenen Schmunzler abringen. Manch anderer Animationsfilm wagt da mehr und ist unterm Strich doppelt so amüsant wie dieser. Originell wird PARANORMAN nur an den Stellen, wo sich Zombies untypisch nett verhalten oder es mal tatsächlich etwas gruselig wird. Der Showdown hat es auf jeden Fall in sich.

Was am Ende bleibt, ist die Ehrfurcht vor der gelungenen Stopmotiontechnik und dem Mut, das Thema Tod im Animationsfilm aufzugreifen.











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