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MONSTERS (Großbritannien 2010)

von Lutz Granert

Original Titel. MONSTERS
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. GARETH EDWARDS
Drehbuch. GARETH EDWARDS
Musik. JON HOPKINS
Kamera. GARETH EDWARDS
Schnitt. COLIN GOUDIE
Darsteller. WHITNEY ABLE . KEVON KANE . SCOOT MCNAIRY u.a.

Review Datum. 2010-12-06
Kinostart Deutschland. 2010-12-09

Dass sich auch mit vergleichsweise kleinen Budgets gute Filme im SciFi-Fantasygenre realisieren lassen, haben nicht zuletzt J. J. Abrams und Neill Blomkamp bewiesen. Der effektreiche "Monsterfilm" CLOVERFIELD war mit seinen Budget von 25 Mio. Dollar allerdings fast schon kein Schnäppchen mehr, DISTRICT 9 kostete gar 30 Mio. Dollar, konnte aber mit beeindruckenden visuellen Effekten überzeugen. Diesen beiden Produktionen ist ihre quasi- bzw. semidokumentarische Machart gemein, die die Protagonisten mitten ins Geschehen wirft. Hier die unsichtbare Bedrohung von Außen (Monster), dort die sichtbare Bedrohung von Innen (Militär).

Doch während mit den Aliens in DISTRICT 9 über Jahrzehnte hinweg eine weitestgehend friedliche Koexistenz auf der Erde funktionierte, ist an selbige in MONSTERS, in den neben einem mutmaßlichen Budget von gerade einmal 500 000 Dollar auch viel Herzblut geflossen ist, nicht zu denken. Sechs Jahre ist es her, dass bei einer schief gelaufenen NASA-Mission über einem Großteil von Mexiko außerirdische Teile verstreut wurden. Fortan gilt dieses Gebiet als infected zone, in der sich haushohe, gefährliche Außerirdische mit Tentakeln herumtreiben. Die USA haben riesige Mauern errichtet, um sie aus ihrem Land fernzuhalten.

War DISTRICT 9 eine Parabel auf Rassismus und Apartheid, so lassen sich in MONSTERS Seitenhiebe auf die us-amerikanische Außen- und Migrationspolitik erkennen, welche sich mit einer Bedrohung aus Mexiko, auch was den eigenen Wohlstand angeht, konfrontiert sieht. In einer exemplarischen Szene sitzen die - bezeichnenderweise - reiche Unternehmertochter Samantha (Whitney Able) und der von ihrem Vater angeheuerte Beschützer Andrew (Scoot McNairy) auf einen wie selbstverständlich erklommenen Maya-Tempel und titulieren den in Sichtweite befindlichen Wall mit den Ausmaßen der chinesischen Mauer als Weltwunder. Die "bessere Kultur" ist jedoch damit nur scheinbar der fremdartigen Bedrohung von Außen Herr geworden; Andrew und Samantha kennen jetzt auch den Blickwinkel von Außen.

Samantha und Andrew haben die letzte Fähre von Mexiko Richtung amerikanische Heimat verpasst. Ihre Pässe wurden ihnen gestohlen und nur mit dem Verkauf eines Rings gelingt es ihnen, ein Geleit über den gefährlichen Landweg - eben durch die "infizierte Zone" - zu finden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Bedrohung nur über Fernsehbilder und Hinweisschilder vermittelt, bleibt latent. Alienangriffe mit viel Getöse sind selten, was MONSTERS nicht nur Spannung, sondern auch eine gewisse Subtilität verleiht, die die gegen alle Genrekonventionen eingeflochtene, sich zaghaft entfaltende Romanze zwischen den Hauptfiguren erst möglich macht.

Gareth Edwards, verantwortlich für Regie, Drehbuch, Kamera, visuelle Effekte und Produktionsdesign, verhob sich mit alle seinen Pflichten nicht: MONSTERS überzeugt trotz niedrigen Budgets mit gelungenen Spezialeffekten und einer realistisch anmutenden Inszenierung, die ohne großes Beiwerk daherkommt. Der Mut, auf zwei nahezu unbekannte Darsteller zu setzen und mit einem kleinen Team weitestgehend an Originalschauplätzen zu drehen, beweist die Ökonomie des Fantasythrillers MONSTERS, der zwar nie Perfektion erreicht, aber nahezu Alles aus seinen Möglichkeiten herausholt.











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