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MISSION: IMPOSSIBLE III (USA 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. MISSION: IMPOSSIBLE III
Laufzeit in Minuten. 126

Regie. J.J. ABRAMS
Drehbuch. ALEX KURTZMAN . ROBERTO ORCI . J.J. ABRAMS
Musik. DANIEL MINDEL
Kamera. DANIEL MINDEL
Schnitt. MARYANN BRANDON . MARY JO MARKEY
Darsteller. TOM CRUISE . VING RHAMES . KERI RUSSELL . PHILIP SEYMOUR HOFFMAN u.a.

Review Datum. 2006-04-28
Kinostart Deutschland. 2006-05-04

Schon die erste Szene läßt den Atem stocken. Ja, tatsächlich. Dabei fliegt noch nicht einmal etwas in die Luft, niemand läßt sich Hunderte von Metern hinab an Drahtseilen schwingen, kein Mensch entleert das volle Magazin seiner Maschinenpistole. Das kommt später - und zwar reichlich.

Nein, die erste Szene ist eine Schauspielerszene, wie sie im Buche steht, der Konflikt zwischen Protagonist und Antagonist auf dem Siedepunkt. Tom Cruise im Banne Philip Seymour Hoffmans, beide auf der Höhe ihrer Kunst. Eine gnadenlose Szene, die die Tonlage der folgenden Ereignisse nachhaltig bestimmt.

Regisseur J.J. Abrams, behaftet mit dem immer etwas beunruhigenden Mief amerikanischer Fernsehserien, hat der MISSION: IMPOSSIBLE-Serie ihren ON HER MAJESTY'S SECRET SERVICE geschenkt. Wie einst der heimliche Favorit vieler 007-Fans erzählt Abrams' Film die Geschichte eines Superprofis, der sich nach einem Leben ohne Tod und Teufel sehnt. Ethan Hunt (Cruise) ist nicht mehr aktiv im Feld, er hat eine Verlobte, er hat ein Haus und einen Hund. Erst eine persönliche Vendetta gegen einen ultrabrutalen Waffenhändler (Hoffman) holt ihn aus der Reserve. Doch die Angelegenheit wird noch viel persönlicher, als Hunt zu fürchten wagte.

Abrams erzählte vor der Vorführung, wie wichtig es ihm gewesen sei, Charaktere und deren Entwicklung und Emotionen mit der Action zu verbinden. Das sagt jeder. Aber Abrams ist es gelungen. Er hat es tatsächlich geschafft, einem seriellen Hollywood-Produkt Spannung einzuhauchen. Man will den ungemein präsenten Tom Cruise, der jenseits aller privaten Idiotien die unvergleichliche Wirkung eines echten Filmstars an den Tag legt, bestehen sehen gegen Philip Seymour Hoffman, der seinen sadistischen Schweinehund so widerwärtig und beängstigend verkörpert wie zuletzt allenfalls Kurtwood Smith in ROBOCOP.

Jede Nebenfigur erhält von Abrams Raum genug, zumindest eine Ahnung ihres Charakters zu entwickeln. Die Dialoge sind knackig und an den richtigen Stellen - insbesondere aus den Mündern von Laurence Fishburne und Ving Rhames - voll von trockenem Humor. Selbst Simon Peggs scheinbar vorhersehbarer Auftritt macht Spaß. Und dennoch weiß Abrams, daß er eine Fallhöhe schaffen muß, um die Spannung zu halten, und die Action von Dramatik - und Härte - getragen werden will.

Und das alles schafft er. Da gibt es einen überaus amüsanten Diebstahl im Vatikan, eine kriegsähnliche Actionsequenz mit Autos und Düsenjägern, eine - bitte festhalten - Hubschrauberverfolgungsjagd zwischen Windrädern und eine - bitte noch fester halten - absolut atemberaubende Szene, in der Hunt über Hochhausdächer in Shanghai springt. In MISSION: IMPOSSIBLE III gibt es so viele gelungene Cliffhanger-Momente, daß man vor Vergnügen in die Hände klatschen möchte. Und natürlich gibt es Masken (besonders hübsch wird es, wenn Hoffman Cruise in einer Hoffman-Maske spielt), falsche Gesichter, falsche Stimmen, falsche Agenten, falsche Fährten und eine Weltuntergangsmaschine, die als Definiton eines MacGuffin gelten darf.

Dies ist ein hervorragend besetzter, perfekt getimter Action-Blockbuster, der das Gleichgewicht von Härte und Humor durchgängig zu halten weiß und selbst ein abgebrühtes Publikum noch in Staunen versetzen kann. Der bislang beste MISSION: IMPOSSIBLE-Film und auch für sich eine absolut sehenswerte Big Budget-Granate. Herzlichen Glückwunsch, Mr. Abrams: Mission accomplished. Aber mit Sternchen.











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