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MEIN FÜHRER - DIE WIRKLICH WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER (Deutschland 2006)

von Jörg Buttgereit

Original Titel. MEIN FÜHRER - DIE WIRKLICH WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER
Laufzeit in Minuten. 89

Regie. DANI LEVY
Drehbuch. DANI LEVY
Musik. NIKI REISER
Kamera. CARL-FRIEDRICH KOSCHNIK . CARSTEN THIELE
Schnitt. PETER R. ADAM
Darsteller. HELGE SCHNEIDER . ULRICH MÜHE . SYLVESTER GROTH . ADRIANA ALTARAS u.a.

Review Datum. 2007-01-01
Kinostart Deutschland. 2007-01-11

Kurz vor Kriegsende, im Dezember 1944 soll der Führer noch einmal mit einer kämpferischen Rede die Massen im zerstörten Berlin für sich begeistern. Doch Hitler ist längst gebrochen und depressiv. Ausgerechnet ein Jude, der Schauspiellehrer Adolf Grünbaum, soll den Führer für den letzten Vorhang coachen.

Wenn eine Nazikomödie den Untertitel DIE WIRKLICH WAHRSTE WAHRHEIT ÜBER ADOLF HITLER trägt kann man natürlich einen respektlosen Gegenentwurf zu Oliver Hirschbiegels sehr ernst gemeintem DER UNTERGANG (2004) erwarten.
Auch die Besetzung von Helge Schneider als Adolf Hitler läßt auf einen ganz und gar subversiven Umgang mit der Figur des Führers hoffen. Schließlich steht Herr Schneider mit seinen Werken für eigenwilligen und stets unberechenbaren Film- und Musikgenuß.
Unter der Führung von Regisseur Dani Levy wird aus Helges Hitler ein armes Würstchen, ein bemitleidenswerter Wurm bei dem in der Erziehung so einiges schief gelaufen ist. Mit seinem drolligen Spiel gewinnt Schneider natürlich schnell die Sympathie des Zuschauers. Damit ist er paradoxer weise dem von Bruno Ganz dargestellten "menschelnden" Hitler aus DER UNTERGANG nicht ganz unähnlich.
Die Demontage der Ikone Hitler findet wohl statt, aber sie zündet nicht. Der bis in die Nebenrollen gut besetzte Film wirkt insgesamt zu bieder und brav. Als hätte Levy auf halbem Weg der Mut verlassen. In einer Zeit, in der tatsächlich politisch unkorrekte Komödien wie BORAT sowohl vom Mainstream als auch vom Feuilleton ohne Weiteres verkraftet werden, muß man schon härtere Geschütze auffahren um eine Ikone vom Sockel zu schießen. Als Filmemacher mit jüdischen Wurzeln hätte sich Levy so einiges erlauben können. Die Idee, Helge Schneider als Adolf Hitler zu verkleiden bleibt jedoch das einzig wirklich Kühne an MEIN FÜHRER (OK, die Idee mit dem Konzentrationslager-Quartett ist auch schön bissig). Aber mit Bruno Ganz in Bernd Eichingers Führerbunker gabs eindeutig mehr zu lachen.











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