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DER MANDANT (USA 2011)

von Benjamin Hahn

Original Titel. LINCOLN LAWYER
Laufzeit in Minuten. 120

Regie. BRAD FURMAN
Drehbuch. JOHN ROMANO
Musik. CLIFF MARTINEZ
Kamera. LUKAS ETTLIN
Schnitt. JEFF MCEVOY
Darsteller. MATTHEW MCCONAUGHEY . MARISA TOMEI . RYAN PHILLIPE . WILLIAM H. MACEY u.a.

Review Datum. 2011-06-14
Kinostart Deutschland. 2011-06-23

Mickey Haller ist Strafverteidiger in Los Angeles und verteidigt eigentlich eher kleine Fische. Eines Tages jedoch bekommt er den Fall seines Lebens: Louis Roulet, ein junger Mann aus reichem Hause, wird beschuldigt, eine junge Frau brutal überfallen zu haben. Haller übernimmt die Verteidigung...

"Oh nein, nicht schon wieder so ein ödes Gerichtsdrama", mag man sich denken, liest man diese Kurzzusammenfassung und ganz falsch liegt man damit auch nicht, denn Teile des Films von Brad Furman spielen tatsächlich vor den Augen Justitias, aber DER MANDANT ist dann zum Glück doch nicht ganz das typische Gerichtsdrama, sondern ein reichlich lässiger Thriller, der gekonnt die beiden Welten Krimi und Justizdrama miteinander verbindet. Diese mit einem exquisiten Soundtrack gewürzte Melange (unter anderem finden sich auf der Tonspur Marvin Gaye und Bobby Bland) ist so spannend inszeniert, dass man darüber sogar die Schattenseiten vergisst: Dass nämlich z.B. Anwalt Haller bestimmte Verletzungsmuster wiedererkennt und daraus Rückschlüsse ziehen kann, dass sich Mandantin X und Zeuge Y kennen und dass ausgerechnet dieser und jener Beweis im rechten Moment auftauchen, das wirkt schon - selbst für einen Krimi-Plot - arg konstruiert und verlangt dem Zuschauer einiges an Wohlwollen ab.

Nicht anders verhält es mit dem Ende, bzw. den Enden, wird hier doch die Geduld der Zuschauer auf eine harte Probe gestellt, kann sich der Film nämlich nicht dazu entschließen einfach einen Schlussstrich zu ziehen und hängt stattdessen an das gefühlte Ende nach dem dramaturgischen Klimax noch fünfmillionen Wendungen und Mini-Plots dran. Vielleicht ist das eine Folge seiner literarischen Vorlage, denn DER MANDANT ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Connelly. "Vielleicht" deshalb, weil ich den Roman nicht kenne, mir aber sehr gut vorstellen kann, dass Furmans Film dem Roman reichlich werkgetreu folgt (Äußerungen seitens Connelly lassen darauf schließen) und die Trilliarden Enden und Epiloge des Films andeuten, dass hier extrem gerafft noch alles untergebracht werden musste, was im Roman handlungsrelevant erscheint. Das lähmt den Film zum Ende hin, macht ihn aber - genauso wenig wie seine Belastungsprobe hinsichtlich der "Zufälligkeit" passender Wendungen - glücklicherweise nicht kaputt.

Dass DER MANDANT so überzeugend funktioniert, Spaß macht und spannend ist, verdankt er vor allem seinem Hauptdarsteller Matthew McConaughey, der seinen Anwalts zwar einerseits als äußerst cool und raffiniert darstellt (und damit manchmal Erinnerungen an Christian Bale in AMERICAN PSYCHO weckt), andererseits aber auch glaubhaft vermitteln kann, dass ein moralisches Dilemma tatsächlich an ihm nagen und ihn zu Höchstleistungen anspornen kann. Der übrige Cast, Ryan Phillipe als Louis Roulet und Marisa Tomei als Hallers Ex-Frau, macht seine Sache ebenfalls gut, wenn auch gegen McConaughey ein wenig verblassend.

Alles in allem ist DER MANDANT ein gelungener Thriller, der zwar nicht ganz frei ist von Fehlern, das aber mit seiner geschmeidigen Inszenierung und seiner coolen Atmosphäre wett machen kann. Fazit: Anschauen lohnt sich!











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