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LONDON TO BRIGHTON (Großbritannien 2006)

von Björn Eichstädt

Original Titel. LONDON TO BRIGHTON
Laufzeit in Minuten. 85

Regie. PAUL ANDREW WILLIAMS
Drehbuch. PAUL ANDREW WILLIAMS
Musik. LAURA ROSSI
Kamera. CHRISTOPHER ROSS
Schnitt. TOM HEMMINGS
Darsteller. LORRAINE STANLEY . JOHNNY HARRIS . GEORGIA GROOME . SAM SPRUELL u.a.

Review Datum. 2007-09-14
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Manchmal sind Filme einfach unangenehm. Und das nicht, weil sie nervtöten oder langweilen oder - am anderen Ende der Skala der Extreme - mit extremer Gewalt zu schocken versuchen. Nein. Richtig böse werden Filme vielmehr dann, wenn sie beginnen durch die düsteren Gassen des Lebens zu wandeln oder die kranken Gedanken des Durchschnittsbürgers zu illustrieren, wenn sie in dunklen Unterführungen ein wenig zu lange inne halten oder kleinen Mädchen auf ihrem Weg durch den dunklen Wald folgen. Denn die Realität, die wir nur allzu häufig medial gefiltert zur Kenntnis nehmen, ist unzensiert meist deutlich brutaler, als die blutigen Exzesse, die sich Hollywood-Splatter-Könige erdenken mögen.

LONDON TO BRIGHTON ist so ein Film nah an der Wirklichkeit, der sein Zelluloid-Universum rund um das Straßenmädchen Joanne und die Prostituierte Kelly expandieren lässt, der durch Wurmlöcher vor und zurück in die Zeit reist und eine emotionale Mondfinsternis nach der anderen über die Leinwand huschen lässt. Die Geschichte von der schamlosen Unterdrückung der Schwachen, der großen Langeweile der Macht und dem Verlust von Verantwortung derer, die Verantwortung in die Wiege gelegt bekommen haben, ist aber nicht nur ein Sozialdrama aller erster Sahne, sondern auch eine Metapher auf das Ende der Menschlichkeit und zugleich auf den Anfang der Revolution.

Der Plot? Alkohol, Drogen, Sozialhilfe, Spielsucht, Straßenprostitution, Gewalt, Glotze, Zudröhnen. Und das alles in London, in Brighton und zwischen den Orten. Warum so wage? Nun, vor allem deswegen, weil LONDON TO BRIGHTON ein Film ist, der wirklich zu überraschen weiß, der seine Geschichte zusammenbaut wie ein dreckig-graues Puzzle, der eben gerade nicht mit den Klischees der Street Credibility spielt und auch nicht das neue große Ding nach Guy Ritchie sein will. Diese Zurückhaltung, neben den unglaublich authentischen Darstellern, macht diesen Film so gut, so echt, so wirklich erfrischend anders.











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