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KÖNIGREICH DER HIMMEL (USA 2005)

von Tina Ermuth

Original Titel. KINGDOM OF HEAVEN
Laufzeit in Minuten. 145

Regie. RIDLEY SCOTT
Drehbuch. WILLIAM MONAHAN
Musik. HARRY GREGSON-WILLIAMS
Kamera. JOHN MATHIESON
Schnitt. DODY DORN
Darsteller. ORLANDO BLOOM . EVA GREEN . JEREMY IRONS . LIAM NEESON u.a.

Review Datum. 2005-04-20
Kinostart Deutschland. 2005-05-05

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich habe mich 145 Minuten lang gut unterhalten. Das muß nicht unbedingt heißen, daß Ridley Scotts neue Schlachtplatte einschlägt wie der GLADIATOR, aber die nach den Trailer angenommene Langeweile macht sich auch nicht breit.

Die ersten zwanzig Minuten erinnerten stark an eine Mischung aus tschechischem Märchenfilm und HERR DER RINGE, Leise rieselte der Schnee und der Blaufilter tat sein übriges. Herr Scott hatte wohl ausreichend Kohle zur Verfügung und scheißt sich auch nichts, diese bis auf den letzten Dollar rauszuhauen. Gab es imposante Massenschlachtszenen beim Gladiator in Farbe, sind sie diesmal in den Pastellfarben des Herbstes 2005 zu bewundern. Die besonders gelungenen Einstellungen dann gerne auch in Zeitlupe. Das Blut spritzt, der Kopf ist ab und Orlando hat nicht wirklich Spaß, weil einfach ein durch und durch guter Mensch. Abmurksen nur mit moralisch wasserdichter Rechtfertigung.

Was das Transportieren von Emotionen angeht, orientierte sich Scott stark an den Grundregeln eines jeden TV-Movies. Traurige, ernste und auch verbissene Gesichter immer erst mal in Großaufnahme, Leinwand füllend. Ja, gut, verstehe, der da führt böses im Schilde und da, Orlando hat sich verliebt. Das freut, denn diesmal galt es, sich nicht das Gesicht von Russell Crowe schönzureden, sondern Blooms, und das fällt deutlich leichter. Mir jedenfalls.

Wimmelt es im Film von Tausenden von Pferden, Rittern und solchen, die es in der Not des bevorstehenden Krieges durch eine einfache Ohrfeige (die Methode war mir bis dato fremd) dazu zu schlagen gilt, findet sich nur eine einzige Frauenfigur im ganzen langen Epos. Für die absolut unverzichtbare Liebesgeschichte ist das natürlich ausreichend, denn Orlando legt sich gerne fest.

Die soll es sein. Gut zu verstehen! Eva Green, ein komplett unverbrauchtes, ätherisches Gesicht, unglaublich schön und reiten kann sie auch noch. Dummerweise ist die Schönheit schon einem anderen versprochen... keine Angst auf den hinteren Sitzen, das wird schon, einfach 130 Minuten abwarten, den normalerweise verhassten Bongotrommeln lauschen und sich mit Schwertkämpfen und Stadt verteidigen ablenken!

Schnell ließ es sich verschmerzen, daß Liam Neeson bereits nach der ersten Stunde das Zeitliche segnete....Ist schon okay...Wir haben ja noch Jeremy Irons! Der steht seinem an Lepra erkrankten König treu zur Seite - und damit er Bloom nicht womöglich optisch das Wasser abgräbt, hat man ihm eine schicke Narbe und ein daraus resultierendes Hängeauge gebastelt. Ja, funktioniert!

Ansonsten verfolgt der Film von Anfang bis zum Ende konsequent sein Ziel, alle Bilder die ich sehen wollte habe ich gesehen und so nimmt man dann auch noch dem lieben König zum Schluss endlich seine saublöde Silbermaske ab und zeigt mir in Großaufnahme die von Seuche zerfressene Hackfresse. Danke!

Musik schrecklich, irgendwas zwischen Ofra Haza und Enigma. Auf die obligatorische Panflöte wurde inkonsequenter Weise verzichtet, obwohl es doch gar nicht hätte schlimmer kommen können ?! Sei's drum, ich bleibe dabei. Ich mag Pferde, diese archaische Form der Gewalt, soll heißen das Klingen der Schwerter und den Kopf auf dem nächsten Pfahl und vor allem mag ich klar formulierte Werte.











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