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JUNKYARD DOG (USA 2010)

von André Becker

Original Titel. JUNKYARD DOG
Laufzeit in Minuten. 90

Regie. KIM BASS
Drehbuch. KIM BASS
Musik. SEAN MURRAY
Kamera. LARRY BOOTHBY
Schnitt. MICHAEL PURL
Darsteller. INNIS CASEY . VIVICA A. FOX . GALADRIEL STINEMAN . BRAD DOURIF u.a.

Review Datum. 2011-05-04
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Um es gleich vorwegzunehmen: JUNKYARD DOG ist ein ganz übler, sterbenslangweilig inszenierter B-Film, der locker das qualitative Niveau einer Folge GUTE ZEITEN, SCHLECHTE ZEITEN unterbietet, der es aufgrund der reißerischen Handlung wahrscheinlich leider dennoch schaffen wird sein Publikum zu finden. Aber alles der Reihe nach. Kommen wir erstmal zu der so genannten Geschichte.

Als die junge Studentin Audra (Galadriel Stineman) nach einem schweißtreibenden Rockkonzert im provinziellen Tennessee mit ihrem Auto am Straßenrand stehen bleibt, ahnt sie noch nicht, dass der erstaunlich schnell anrückende Abschleppdienst sie geradewegs in ein wochenlanges Martyrium führen wird. Hinterm Steuer sitzt der juvenile Triebtäter JYD (Innis Casey), der sich auf seinem Schrottplatz ein dunkles Kellerverlies eingerichtet hat, in dem er bevorzugt hübsche Frauen einsperrt, missbraucht und nach gut einem Monat umbringt.

Viel mehr gibt die dünne Story eigentlich nicht her. Irgendwann taucht zwar noch eine FBI-Ermittlerin (die hoffnungslos unterforderte Vivica A. Fox) auf, die sich dummerweise auch überrumpeln lässt und fortan ebenfalls das Kellerverliesdasein fristet, aber ansonsten passiert rein handlungstechnisch herzlich wenig. Streng genommen wäre das an und für sich auch gar nicht so furchtbar tragisch, wenn Regisseur Kim Bass wenigstens im Filmverlauf die Spannungsschraube ordentlich anziehen würde. JUNKYARD DOG versagt aber auch in diesem Zusammenhang kläglich. Langeweile macht sich bereits nach kürzester Zeit breit und obwohl zumindest der Showdown halbwegs akzeptabel und kurzweilig über die Bühne geht, erscheint die Stoptaste während jeder einzelnen Filmminute wie eine verheißungsvolle Erlösung.

Das liegt neben den angesprochenen Mängeln, allerdings primär daran, dass der Film das Leid des Opfers als Unterhaltungsquelle benutzt, um damit die wie auch immer gearteten niederen Instinkte der (männlichen?) Zuschauer zu befriedigen. Regisseur Bass beschränkt sich hinsichtlich der ausgeführten Gewalttätigkeiten glücklicherweise zwar nur auf Andeutungen, die Grundtendenz des Films bleibt aber nichtsdestotrotz voyeuristisch. Diese bedenkliche inszenatorische Tendenz kann zwar einer Vielzahl von früheren und neueren Horrorfilmen vorgeworfen werden, aber JUNKYARD DOG benutzt die Szenen lediglich dazu um Schauwerte zu erzeugen. Was nicht gelingt, denn unterhaltsam ist das Ganze fürwahr nicht. Weiterhin versagt der Film zusätzlich noch auf allen anderen Ebenen. Die Story ist komplett für die Tonne und voller Logiklöcher, von Spannung fehlt jede Spur und die darstellerischen Leistungen sind ebenso unterirdisch wie der Film selbst. Konsequenterweise verzichtet der Film natürlich auch auf eine differenzierte Charakterzeichnung des Täters und liefert stattdessen lediglich klischeehafte Erklärungsversuche.

Fairerweise sollte aber nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass JUNKYARD DOG es schafft eine bedrückende, unheilvolle Atmosphäre aufzubauen, die den Zuschauer mit einem flauen Gefühl im Magen zurücklässt. Etwas Derartiges hatte Regisseur Bass sicherlich auch vor und zumindest in diesem Kontext ist der Film sehr effektiv. Alles in allem ist die amerikanische Produktion aber dessen ungeachtet, wie eingangs erwähnt, eine ziemliche Gurke und insgesamt gesehen eine unendlich miese Zelluloidverschwendung.

Der Film ist seit dem 11.11.2010 von Euro Video auf DVD erhältlich.











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