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JOY RIDE 2: DEAD AHEAD (USA 2008)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. JOY RIDE: DEAD AHEAD
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. LOUIS MORNEAU
Drehbuch. JAMES ROBERT JOHNSTON . BENNETT YELLIN
Musik. nicht bekannt
Kamera. ROBERT C. NEW
Schnitt. MIKE JACKSON
Darsteller. NICKI AYCOX . DANIEL BOILEAU . ROB CARPENTER. REBECCA DAVIS u.a.

Review Datum. 2008-11-05
Kinostart Deutschland. direct-to-video

In JOYRIDE 2: DEAD AHEAD kriegt man noch einmal in aller Deutlichkeit vor Augen geführt woher der Begriff "Folterporno" kommt. In einer dunklen Garage sitzen sich zwei gefesselte Twens – einer in Frauenkleidern - an einem Tisch gegenüber. Im Hintergrund steht im Halbdunklen Superkiller Rusty Nails und zwingt die beiden zu einem Würfelspiel. Jeder Zahl ist eine Quälerei zugeordnet. Der eine würfelt, der andere wird von Rusty bearbeitet.
Immer wieder werden die schreienden, zappelnden Gesichter der Gepeinigten (Gefickten) gezeigt. Nach ausgiebiger Folter (der Akt) folgt das Finale (der Cumshot). Rusty nimmt sich eine lange Eisenstange (das Glied, maximale Steife, kurz vor der Erektion), schwingt diese vor seinen beiden Opfern und baut sich bezeichnenderweise hinter dem Jugendlichen auf, der kurz zuvor von ihm in ein transsexuelles Outfit gezwungen wurde. Doch Rusty kommt nicht gleich. Noch etwas Schreien, noch etwas Zappeln und RUMMS, die Eisenstange wird senkrecht durch den Schädel getrieben. Der durchbohrte Kopf wird en détail, fast schon stolz, von der Kamera präsentiert. Porno pur.

JOY RIDE 2 ist ein Produkt, welches einer strengen Ökonomie unterliegt. Der Kunde will mehr. Deutlicher. Härter. Handlungssequenzen sind nur noch Füllstoff, die leidenschaftslos zwischen den eigentlichen Attraktionen runtergekurbelt werden. Und so ist es auch hier im Prinzip völlig egal, was passiert.

Man soll offenbar so was wie Mitgefühl entwickeln. Mitgefühl für vier junge Arschgeigen, die nach einer Autopanne einfach ins nächstbeste Haus, Rustys Haus, einbrechen und sich sein Auto klauen, was diesen natürlich sauer macht. Uns auch. Aber auf andere Weise. Sorry, die Nummer mit der zurückgelassenen Telefonnummer kauft niemand und die Charaktere sind völlig austauschbare Schießbudenfiguren, die einem so dermassen Wurst sind, dass man ihnen eigentlich noch nichtmal den Tod wünscht. Und auch sonst gibt's nur heiße Luft. Man bleibt apathisch, der eigentlich nicht untalentierte Louis Morneau reißt seinen Film nach gängigen Standards runter und kann einzig und allein mit einem in diesem Rahmen beeindruckenden Autocrash punkten, ansonsten gibt sich der Regisseur, der mit RETROACTIVE – GEFANGENE DER ZEIT oder BATS – FLIEGENDE TEUFEL bewiesen hat, dass auch kleine Filme ganz groß sein können, ungewohnt uninspiriert und leidenschaftslos. Und auch Co-Autor Bennet Yellin scheint nicht so recht zu Hause zu sein, ist dieser doch normalerweise Autor bei den Farrelly-Brüdern. Vielleicht klingt unser Foltermeister hier deshalb ulkigerweise wie Barry White. Womit wir ja auf eine gewisse Weise auch schon wieder beim Porno sind.











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