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JOLT (USA 2021)

von André Becker

Original Titel. JOLT
Laufzeit in Minuten. 91

Regie. TANYA WEXLER
Drehbuch. SCOTT WASCHA
Musik. DOMINIC LEWIS
Kamera. JULES O'LOUGHLIN
Schnitt. MICHAEL J. DUTHIE. CARSTEN KURPANEK
Darsteller. KATE BECKINSALE . JAI COURTNEY . STANLEY TUCCI . DAVID BRADLEY u.a.

Review Datum. 2021-08-15
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Die Karriere von Kate Beckinsale ist in den letzten Jahren ein wenig ins Stocken geraten. Nach dem eher ernüchternden Einspielergebnis von UNDERWORLD 5: BLOOD WARS sah man die Engländerin hauptsächlich in kleineren Produktionen oder wenig beachteten Serien (THE WIDOW). Mit JOLT gibt es nun zumindest wieder eine Hauptrolle in einem Genre-Film. Sicheres Terrain für Beckinsale, die vor allem im Action- und Horror-Bereich punkten konnte.

Beckinsale spielt Lindy, eine Frau die unter heftigen Aggressionsproblemen leidet und die es nur durch eine extreme Behandlungsmethode geschafft hat, ihre übersteigerten Gefühle im Alltag halbwegs in den Griff zu kriegen. Was konkret heißt, dass sich Lindy, sobald sie in eine Situation gerät, die sie wütend machen könnte, selbst Stromschläge verpasst um das Aggressionsmonster in ihrem Inneren zu bändigen. Und derlei Situationen gibt es in Lindys Welt zuhauf. Als ihr neuer Lover (Jai Courtney) von Gangstern ausgeschaltet wird, verliert sie jedoch vollends die Kontrolle und startet einen Rachefeldzug, der sie schließlich direkt in das Hauptquartier von Oberboss Gareth Fizel (David Bradley) führt.

Schon in den ersten Minuten des Films werden wir Zeuge wie Lindy im Kindesalter anderen Kindern wegen Kleinigkeiten die Torte ins Gesicht knallt oder später ihre Ausbilder beim Militär vermöbelt. Das Gezeigte soll dabei vor allem lustig sein, was die Regisseurin Tanya Wexler bereits im Prolog mehr als deutlich macht. Blöd nur, das der gesamte Film nur selten witzig ist und die meiste Zeit über ausgesprochen verkrampft auf höchst erwartbare Gags zusteuert.

Die größte Baustelle des Films ist jedoch, dass Wexlers hyper-aufgedrehte Inszenierung keinen Impact entwickelt, weil das, was passiert erstaunlich höhepunktarm abläuft. JOLT positioniert sich zwar von Anfang an als B-Movie, gibt dem Publikum aber nur in sehr homöapathischen Dosen das, was es von einem hochtourigen Genre-Film erwartet. Obwohl die Story eigentlich jede Menge Action verspricht gibt es gerade mal zwei längere Actionmomente: Eine lahme Autoverfolgungsjagd und eine mäßig aufregende Keilerei, bei der Kate Beckinsale sichtbar gedoubelt wird.

Und wenn es schließlich im Showdown einmal kurz knallt, darf man statt echter Pyrotechnik schnöde, schlecht zusammengezimmerte CGI bewundern. Immerhin macht der Film nicht den Fehler gegen Ende noch in die schwülstige Drama-Ecke abzubiegen. Diese weise Entscheidung wird dann aber durch einen reichlich vorhersehbaren Twist und eine vollkommen überflüssige finale Szene konterkariert, die gar die Hintertür für eine Fortsetzung offenlässt.

Kurzum: JOLT bietet weder vernünftige Action noch zündende Humor-Einlagen und kann lediglich als Plus für sich verbuchen, dass Kate Beckinsale ihre Rolle als Frau unter Strom mit sichtbarer Spielfreude ausführt. Aber was nützt das schon, wenn beim Rest einfach so gar nichts funktionieren will. Ein durchweg verzichtbarer Film, der selbst die Standards handelsüblicher Streaming-Dutzendware nicht erfüllt.

JOLT ist auf Amazon Prime abrufbar!











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