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IRON MAN (USA 2008)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. IRON MAN
Laufzeit in Minuten. 118

Regie. JON FAVREAU
Drehbuch. MARK FERGUS . HAWK OSTBY . ART MARCUM
Musik. RAMIN DJAWADI
Kamera. MATTHEW LIBATIQUE
Schnitt. DAN LEBENTAL
Darsteller. ROBERT DOWNEY JR. . TERRENCE HOWARD . GWYNETH PALTROW . JEFF BRIDGES u.a.

Review Datum. 2008-04-23
Kinostart Deutschland. 2008-05-01

Kino als Jungbrunnen. Die Pressevorführung betrat ich als 30jähriger, gramgebeugter, fast-glatzköpfiger alter Mann mit Bier-Plautze. Die Pressevorführung verließ ich als durchtrainierter 20jähriger Jüngling mit wallendem Haupthaar, einem fetten Grinsen und nur einem Gedanken im Kopf: ICH WILL SO SEIN WIE TONY STARK!

IRON MAN - der erste in einer Reihe von 10 kommenden Marvel-Produktionen - ist ein einziger Liebesdienst. Ein Liebesdienst an die Fans da draußen, ein Liebesdienst an die Zuschauer. Vor allem an die, die es nicht mehr für möglich gehalten hätten, dass eine 186 Millionen Dollar schwere Produktion mit so einer luftigen Leichtigkeit durch den Saal und in die Herzen der Zuschauer schweben kann. IRON MAN ist ein einziger, dicker Spaßjoint, von Fans für Fans gedreht, ein Film der - trotz beeindruckender Technik - nicht angeben will, der nie den Zuschauer aus den Augen verliert.

Und das zeigt sich schon in der Wahl der Schauspieler. Man liest es bereits hier und dort und man wird's auch von mir zu hören bekommen: Der skandalgeplagte Robert Downey Jr. liefert eine absolut geniale Performance und trägt mit einer unglaublichen Souveränität nahezu den kompletten Film auf seinen kräftigen Schultern. Egal ob zu Anfang als charmanter Großkotz oder im weiteren Verlauf als Gutmensch (dem aber immer noch das Schlitzohr aus den Augen funkelt), Downey hat den Film jederzeit und immer fest im Griff, der Mann ist mit seiner Spielfreude und seinem Charisma so weit weg von einem Tobey Maguire (SPIDER-MAN), einem Nicolas Cage (GHOST RIDER) und... ja, leider... einem Christian Bale (BATMAN), dass vor allem den Comic-Nerds vor Freude die Pickel aus der Backe springen werden, denn Robert Downey Jr. IST Tony Stark und Tony Stark IST Robert Downey Jr. Dass bei solch sexy Superpower der restliche Cast eigentlich nur noch bessere Staffage ist, versteht sich von selbst, aber das Hingucken lohnt, auch wenn Downey nicht im Bild ist:
Terrence Howard erinnert an den jungen Laurence Fishburne, Gwyneth Paltrow fährt als zuck-zucker-zuckerersüße Stark-Assistentin Virgina "Pepper" Potts mit verkniffenem Blick zwar ein wenig die Kirsten Dunst-Schiene, nervt aber nicht halb so sehr, und Jeff Bridges könnte auch eine mutierte Riesenzucchini spielen und wäre trotzdem der coolste Motherfucker auf Erden - allerdings bekommt der Gute hier etwas zuwenig Platz, um seinen Obadiah Stane als Antagonisten völlig zu etablieren.

Sowieso: Regisseur Favreau hat zwar lobenswerterweise begriffen, dass a) Action in Form gezielt gesetzter Höhepunkte besser funktioniert als Nonstop-Krawall und b) ein gutes Story-Gerüst der Action mehr als dienlich sein kann und lässt es dementsprechend auch eher wenig krachen (wenn, dann aber richtig), dennoch leidet der Film ein wenig darunter, dass man vor allem das erste "Ein Superheld entsteht"-Dreiviertel so oder in ähnlicher Form schon oft gesehen hat. Der anschließende Konflikt mit Bridges wird nicht so wirklich herausgearbeitet und dann zu schnell zu Ende geführt. Hier hätte man entweder die Entwicklung zum IRON MAN etwas straffen und sich mehr auf den Konflikt zwischen Downey und Bridges konzentrieren oder schlichtweg dem Film einfach etwas mehr Spielzeit gönnen sollen.

Das ist dann aber auch die einzige Beule, die man am Eisernen findet. Ich hoffe doch sehr, dass sich die Mammut-Investition für alle Beteiligten gelohnt hat und die bereits angedeuteten Fortsetzungen bald Realität werden, denn ich würde liebend gerne bald wieder in den Jungbrunnen ein- und mit einem einzigen Gedanken wieder auftauchen: ICH WILL SO SEIN WIE TONY STARK!











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