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HOUSE OF THE DEAD 2 (USA 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. HOUSE OF THE DEAD 2: DEAD AIM
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. MICHAEL HURST
Drehbuch. MICHAEL ROESCH . PETER SCHEERER
Musik. JOE KRAEMER
Kamera. RAYMOND STELLA
Schnitt. JOSEPH GUTOWSKI
Darsteller. EMMANUELLE VAUGIER . ED QUINN . STICKY FINGAZ . STEVE MONROE u.a.

Review Datum. 2006-06-03
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Dieser Film hat ein großes, ein ganz ganz großes Problem: Seinen Titel.

Wer sich nämlich HOUSE OF THE DEAD, sozusagen die Ursuppe des Übels namens Uwe Boll, also die ultraschrottige erste Rakete aus dem traurigen Euvre des deutschen Videospieldauerverfilmers, ja der wird sich sicherlich keinem Film nähern, der denselben Titel trägt, schon gar nicht mit einer Nummer dahinter.

Das ist schade, denn HOUSE OF THE DEAD 2 hat mit dem unansehbaren Vorgänger noch weniger zu tun als mit dem angeblich zugrunde liegenden titelgebenden Videospiel. Tatsächlich ist Michael Hursts Film ein geradliniger, saftiger, ja mitunter sogar spannender Zombiereißer, der sich keineswegs hinter einem bekannt klingenden Titel und einer Zahl verstecken muß.

Der Anfang läßt einen noch glauben, man müsse sich auf das schlimmste vorbereiten oder zumindest die Hirsenaktivität auf ein gerade noch lebenserhaltendes Minimum absenken. Bei einem militärisch organisierten College-Bruderschaftsgag werden leicht bekleidete Girls mit Supersoakers naßgespritzt. Die bunten Kanonen sind mit Bier gefüllt, und eins der Mädchen läßt sich den Gerstensaft direkt in den Mund spritzen. Welcome to Geekland.

Als auch noch Sid Haig auftaucht und Schindluder mit einer nackten Blondine treibt, will man sich fast verabschieden, aber nach den Credits glänzt der Film plötzlich mit ordentlichen Gags, erstaunlich trockenem Humor in den Dialogen und zu allem Überfluß recht saftigem Gesplatter. Eine Spezialeinheit erkundet einen verlassenen Universitätscampus, wo die Untoten sich auf rätselhafte Weise verbreiten.

Der anfängliche Brust-raus-Sexismus und der gallige Humor machen zusehends Platz für eine ernstzunehmende Zombiehatz. Der Film ist gut ausgeleuchtet und flott geschnitten, bemüht sich ein Stück weit um seine Figuren und hat mit Ed Quinn als abgehärtetem Anführer einen sehr lakonischen Helden zu bieten. Wenn er sich gegen Ende mit Zombiegedärm einreibt, um unter den Untoten unerkannt zu bleiben, findet HOUSE OF THE DEAD 2 sogar einen originellen Aspekt in diesem ausgelutschten Subgenre.

Viel Geschmadder, viel Witz und keine Hänger: Dieser kleine, feine Klopper ist eine echte Überraschung.











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