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THE HOLE - WOVOR HAST DU ANGST? (USA 2009)

von Sebastian Moitzheim

Original Titel. THE HOLE
Laufzeit in Minuten. 92

Regie. JOE DANTE
Drehbuch. MARK L. SMITH
Musik. JAVIER NAVARRETE
Kamera. THEO VAN DE SANDE
Schnitt. MARSHALL HARVEY
Darsteller. CHRIS MASSOGLIA . HALEY BENNETT . NATHAN GAMBLE . TERI POLO u.a.

Review Datum. 2011-04-11
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Joe Dante hat sich einige Jahre lang etwas rar gemacht, eher fürs Fernsehen als fürs Kino gearbeitet. Mit THE HOLE - WOVOR HAST DU ANGST? drehte er bereits 2009 allerdings wieder einen Horrorfilm fürs Kino, der in Deutschland nach Vorführungen bei den Fantasy Filmfest Nights Anfang Juni direkt auf DVD erscheint. Geht man von der Story aus, könnte THE HOLE - WOVOR HAST DU ANGST? auch ein Film aus den 80ern oder frühen 90ern - also Dantes bester Zeit - sein:

Der 17jährige Dane (Chris Massoglia), sein 10 Jahre alter Bruder Lucas (Nathan Gamble) und ihre Mutter (Teri Polo) ziehen von New York in das ruhige Dorf Bensonville, wo Dane ein Interesse an der gleichaltrigen Nachbarin Julie (Haley Bennett) entwickelt. Nachdem Dane und Lucas eine Falltür in ihrer Garage entdecken und öffnen, die ein anscheinend bodenloses Loch offenbart, geschehen zunehmend rätselhafte Dinge, die die drei Teenager mit ihren größten Ängsten konfrontieren.

Tatsächlich wirkt THE HOLE - WOVOR HAST DU ANGST? in vielen Punkten altmodisch - im Positiven wie im Negativen. Auf der einen Seite ist es erfreulich, in einem Horrorfilm mal wieder Teenager zu sehen, die sich nicht nur glaubhaft verhalten, sondern auch von sympathischen Darstellern gespielt werden, die annähernd im selben Alter wie ihre Figuren sind und nicht wie etwas gründlicher rasierte Mittdreißiger aussehen. Der gemächliche, aber konstante Spannungsaufbau, sowie die Entscheidung, Schockmomente auf Charakteren, deren Emotionen und Ängsten statt auf übertriebener Gewalt beruhen zu lassen, sorgen für einen zusätzlichen Sympathie-Vorschuss und legen nahe, dass PG-13-Horror mit dem richtigen Regisseur eben doch funktionieren kann.

Leider ist das Drehbuch von Mark L. Smith nicht frei von Schwächen: Die Ängste der Figuren sowie ihre Erklärungen sind ausgelutscht und lieblos und dürften für niemanden, der schon mehr als einen Horrorfilm in seinem Leben gesehen hat, eine Überraschung bieten - oder hält wirklich noch jemand böse Clowns und kleine, tote Mädchen für originell und furchteinflößend? Doppelt bedauerlich ist dies, da Dante noch immer ein starkes Gespür für Timing hat, das er allerdings weniger in den Horror- als eher in den wohldosierten Comedy-Momenten beweist.

Fans von Torture Porn und co. wird Joe Dante so sicher nicht für sich gewinnen, doch er zeigt, dass er es noch immer versteht, eine Geschichte zu erzählen und die bewährte Balance zwischen Horror und Humor zu wahren. THE HOLE - WOVOR HAST DU ANGST? ist, wenn man so will, Feelgood-Horror, der letztlich weniger gruselt, als dass er nostalgisch stimmt. Das tut er jedoch so charmant und sympathisch, dass man als Horrorfan gerne zusieht und sich an die Sorte Horror erinnern lässt, vor der man als Kind Angst hatte.

P.S: Viel schlimmer als die Drehbuch-Schwächen ist der 3D-Effekt, der den Film extrem verdunkelt und nicht eine Sekunde lang plastisch wirkt - die 2D-Version sei daher mit Nachdruck empfohlen.











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