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HIDE AND SEEK (USA 2005)

von Hasko Baumann

Original Titel. HIDE AND SEEK
Laufzeit in Minuten. 101

Regie. JOHN POLSON
Drehbuch. ARI SCHLOSSBERG
Musik. JOHN OTTMAN
Kamera. DARIUSZ WOLSKI
Schnitt. JEFFREY FORD
Darsteller. ROBERT DE NIRO . DAKOTA FANNING . ELISABETH SHUE . FAMKE JANSSEN u.a.

Review Datum. 2005-04-04
Kinostart Deutschland. 2005-04-07

Wir wollen mal ehrlich sein: Nach RONIN kam von Robert De Niro nichts Nennenswertes mehr, und die stärkste Präsenz hatte er in seinem AmEx-Werbespot. "Ich mach nur noch das, was mir Spaß macht", ließ er kürzlich verlauten, und das sei dem Jahrhundertmimen auch gegönnt. Es ist nur irritierend zu sehen, was ihm Spaß macht. Kommerziell liegt er da nicht ganz so falsch, stellt doch HIDE AND SEEK seinen zweiten Nr. 1-Hit in den USA in Folge dar.

Bei HIDE AND SEEK handelt es sich um einen weiteren Grusler mit Überraschungspointe, die im gegenwärtigen Horror-Boom in Wagenladungen über uns ausgekehrt werden. Auf dem Regiestuhl durfte John Polson Platz nehmen, der bislang nur mit dem ereignislosen Durchschnittsthriller SWIMFAN auffiel und hier hauptsächlich Dienst nach Vorschrift abliefert. De Niro, der vom Arbeitsaufwand her ähnlich verfährt, spielt den Psychologen David, der nach dem Selbstmord seiner Frau (gibt’s noch: Amy Irving) mit der arg verstörten Tochter Emily (Dakota Fanning) New York verläßt und in einer dieser typischen Upstate-Gruselkleinstädte ein neues Leben anfangen will. Emily, von Fanning mit demselben unsympathischen Kinderehrgeiz gespielt wie schon in MAN ON FIRE, benimmt sich ausgesprochen feindselig und zunehmend merkwürdig; der Grusel stellt sich ein, als sie sich ausschließlich mit ihrem imaginären neuen Freund Charlie zu beschäftigen beginnt. Der führt nämlich Böses im Schilde. Obwohl der Film starken Tempoproblemen unterworfen ist, will man irgendwann doch wissen, was hier los ist, und wird mit einer Auflösung belohnt, die man – je nach Häufigkeit der Kinobesuche – originell oder abgedroschen finden kann. Danach läuft der Film jedoch leider eine weitere Viertelstunde und versenkt sich mit einem unsagbar langweiligen Leute-tappen-mit-Taschenlampen-herum-Finale.

In Nebenrollen werden Famke Janssen und Elisabeth Shue kriminell verheizt – das sind mal wieder Parts, über denen das altbekannte Credo "Ich wollte unbedingt mit Robert De Niro arbeiten" wie ein alter Käse hängt. De Niro selbst ist total unterfordert und muß sich mit ziemlich platten Dialogzeilen herumschlagen, man möchte ihn in so einem Film eigentlich nicht sehen, muß aber zugeben, daß er etwas Würde in die Sache bringt. Um die Einordnung von HIDE AND SEEK in seiner Filmographie zu vereinfachen: GODSEND war um Längen besser. Das sagt alles.











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