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HATCHET - VICTOR CROWLEY (USA 2017)

von André Becker

Original Titel. VICTOR CROWLEY
Laufzeit in Minuten. 83

Regie. ADAM GREEN
Drehbuch. ADAM GREEN
Musik. JASON AKERS . SAM EWING
Kamera. JAN-MICHAEL LOSADA
Schnitt. MATT LATHAM
Darsteller. PARRY SHEN . KANE HODDER . LAURIE ORTIZ . DAVE SHERIDAN u.a.

Review Datum. 2018-02-17
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Die Filme der Hatchet-Reihe sind nicht gerade die Leisetreter des Slasher-Genres. Ausufernd in den Splatter-Szenen, derb-vulgär im Humorverständnis und irgendwo zwischen Hommage und Parodie angesiedelt, meuchelte sich die bullige Hauptfigur durch bislang insgesamt drei Teile. Mit einer vierten Ausgabe hatte eigentlich niemand mehr gerechnet. Nach dem Ende des dritten Teils schien alles gesagt. Wie so oft hat dann aber wohl doch die schnelle Kohle die Macher gelockt. Die Fanbase schluckte schließlich auch den gerade noch akzeptablen letzten Teil. Victor Crowley, diese Mischung aus Jason Voorhees, Bigfoot und dem Hulk, kehrt also abermals zurück um seiner Axt mal wieder ein bisschen Frischluft (bzw. Sumpfluft) zu verschaffen.

HATCHET - VICTOR CROWLEY, wie alle Teile von Adam Green inszeniert, übertrumpft die Vorgänger vor allem in Punkto Fäkalhumor (inklusive jeder Menge Kreischattacken und dem großzügigen Einsatz von Körperflüssigkeiten aller Art). Das mag der eine oder andere für erfrischend halten, letztlich fehlt dem ganzen Klamauk aber jeglicher Esprit. Wo in den ersten Teilen mitunter noch gewitzt mit allerlei Genre-Klischees und pointierten Überspitzungen gespielt wurde, zielt Teil Vier einfach nur darauf mit billigsten Mitteln sämtliche Geschmacksgrenzen immer weiter hinter sich zu lassen. Und das ist leider selten wirklich witzig.

Erschreckend uninspiriert ist außerdem die Story rund um das neuerliche Gemetzel in den Sümpfen. Einer der Überlebenden (als Andrew: Parry Shen) von Crowleys (Kane Hodder) letztem Rundumschlag hat mittlerweile ein Buch über seine traumatischen Erlebnisse geschrieben. Dummerweise kein Kassenschlager, sondern eher ein Ladenhüter, der auch mit entsprechenden Verkaufsmaßnahmen (eine Buchsignierstunde, die den einzigen halbwegs spaßigen Moment parat hält) nur eine sehr begrenzte Aufmerksamkeit seitens potentieller Kunde erhält. Ein echter Maketing-Clou soll hier das Blatt wenden. Zusammen mit weiteren Dumpfbacken lässt sich Andrew von seiner Agentin überreden für eine PR-Aktion in die Sümpfe und damit an den Ort des letzten Massakers zurückzukehren. Keine schlaue Idee, denn irgendwelche Möchtegern-Filmemacher erwecken Crowley aus Versehen (!) wieder zum Leben.

Wie bei Greens fragwürdigen humoristischen Einfällen geraten die Auftritte von Crowley himself als absolut öde Wiederholung der aus den vorherigen Teilen bekannten Kunstbluteskapaden. Auch das Setting wirkt lieblos zusammengeschraubt und schafft es nicht hier für ein bisschen Ablenkung zu sorgen. Klarer Minuspunkt ist darüber hinaus, dass der Cast keine Namen wie Danielle Harris oder Tony Todd (beide mit denkwürdigen Auftritten im zweiten Teil) vorweisen kann. Stattdessen darf man mit Parry Shen vorlieb nehmen, ein Darsteller, der seine undankbare Rolle als liebenswerter Volltrottel zwar ambitioniert ausfüllt, diesbezüglich aber schnell an die Grenzen der Figurenzeichnung stößt. Unterm Strich ist der in der Figur angelegte Gag nämlich bereits nach 5 Minuten Screentime maßlos überstrapaziert. Gähn.

HATCHET - VICTOR CROWLEY ist insofern eine weitere Fortsetzung, die kein Mensch braucht und die eine eigentlich recht brauchbare Reihe im Nachhinein unnötig diskreditiert. Selbst für die Crowley-Fanboys ist das eine bittere Enttäuschung. Mögen die Sümpfe den alten Haudegen nach dieser auf allen Ebenen misslungenen Splatter-Comedy endlich seine wohlverdiente Ruhe lassen.

Der Film erscheint am 01.03.2018 von Tiberius Film auf DVD und Blu-ray.











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