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HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER (USA/Deutschland 2012)

von André Becker

Original Titel. HANSEL & GRETEL: WITCHHUNTERS
Laufzeit in Minuten. 93

Regie. TOMMY WIRKOLA
Drehbuch. TOMMY WIRKOLA
Musik. ATLI ÖRVARSSON
Kamera. MICHAEL BONVILLAIN
Schnitt. JIM PAGE
Darsteller. JEREMY RENNER. GEMMA ARTERTON. FAMKE JANSSEN. PHILA VIITALA u.a.

Review Datum. 2013-02-07
Kinostart Deutschland. 2013-02-28

HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER ist das Hollywooddebüt des Norwegers Tommy Wirkola, der mit dem schwer unterhaltsamen Fun-Splatterrundumschlag DEAD SNOW bereits im Jahr 2009 auf sich aufmerksam machen konnte. Mitnichten handelt es sich jedoch bei der amerikanisch-deutschen Koproduktion um eine vorlagengetreue Verfilmung des Märchens der Gebrüder Grimm. Bereits der Titel lässt erahnen, dass Wirkola die Geschichte rund um das Geschwisterpaar eher als Ausgangsbasis nimmt und gänzlich ungeniert in der Ideenwelt der Grimm Brüder wildert. Angesichts der Filmographie des Regie-Newcomers ist es zudem nicht weiter verwunderlich, dass der Norweger nicht auf familienfreundliche Kuschelunterhaltung à la Disney setzt, sondern seine Version des Märchens stattdessen als humoristische Fantasyaction mit hohem Blutzoll inszeniert.

Zur Story: Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) verdienen sich ihren Lebensunterhalt als professionelle Hexenjäger. Ein neuer Auftrag führt die beiden Geschwister dabei in das verschlafene Augsburg, wo die mächtige Hexe Muriel (Famke Janssen) wütet und die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Zunächst sieht alles nach einem schnell abzuhakenden Routineauftrag aus, doch Hänsel und Gretel müssen erkennen das Muriel einen teuflischen Plan verfolgt. Zum Blutmond sollen mehrere Kinder geopfert werden, um dadurch das ultimative Böse zu beschwören und ein Zeitalter der Finsternis einzuläuten. Bis an die Zähne bewaffnet nimmt das Hexenjägerduo den Kampf gegen die übermächtige Hexe und ihre zombieartige Armee von Gefolgsleuten auf.

60 Millionen Dollar hat Wirkola für seine Neuinterpretation auf den Kopf gehauen. Der Großteil des Budgets ist dabei sicherlich für die zahlreichen deftigen Effekte draufgegangen, die sich tatsächlich auch durchaus sehen lassen können und mittels 3D-Optik einiges hermachen. Insbesondere im Showdown wird ganz tief in die Trickkiste gegriffen, wobei die eingesetzten CGI erstaunlich gut mit den handgemachten Effekten und Masken harmonieren. Auf dieser Ebene kann der teilweise sehr blutige HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER auf jeden Fall deutlich punkten. Ebenfalls zugute kommt dem Film, dass viele Außenaufnahmen verwendet wurden und beim Set-Design auf die nötige mittelalterliche Authentizität geachtet wurde.

Weiterhin weiß der Film mit einem äußerst gut aufgelegten Cast zu gefallen. Jeremy Renner und Gemma Arterton können mit Fug und Recht als Optimalbesetzung bezeichnet werden und sind mit sichtbarer Spielfreude am Werke. Hier stimmt einfach die Chemie und Famke Janssen, die einst als schießwütige Killermaschine im Bond Abenteuer GOLDENEYE bleibenden Eindruck hinterließ ist als diabolische Oberhexe ebenso überzeugend.

Was man dem Film vorwerfen kann, ist dass sich Wirkola bei seinen Hauptfiguren nicht ausreichend Zeit für die Charakterisierung nimmt und die Vorgeschichte der Hexenjäger allzu fix abgehandelt wird. Weiterhin zünden nicht alle Pointen, so dass der eine oder andere lustig gemeinte Moment wirkungslos verpufft. Das ist ein wenig schade, denn darüber hinaus funktioniert die Mischung aus Comedy, Fantasy, Action und Splatter sehr gut und vor allem höchst kurzweilig. Insgesamt ist HÄNSEL & GRETEL: HEXENJÄGER somit ein netter Genrefilm mit kleineren Schwächen geworden, der genau das bietet was man erwartet und sein Publikum daher äußerst zufrieden stellen dürfte.











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