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THE GRAVEDANCERS (USA 2006)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. THE GRAVEDANCERS
Laufzeit in Minuten. 95

Regie. MIKE MENDEZ
Drehbuch. BRAD KEENE . CHRIS SKINNER
Musik. JOSEPH BISHARA
Kamera. DAVID A. ARMSTRONG
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. CLARE KRAMER . DOMINIC PURCELL . JOSIE MARAN . TCHÉKY KARYO u.a.

Review Datum. 2007-01-24
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Als uns Mike Mendez 2002 zusagte, als Stargast auf unserem Festival zu erscheinen, waren wir ziemlich gespannt auf den Jungregisseur, dessen Filme THE CONVENT und KILLERS selbst im sonst wenig wählerischen Splatter-Camp für Kontroversen sorgten. Begrüßen durften wir schlussendlich einen symphatischen, offenen und erfrischend ehrlichen Menschen mit Wampe und atemberaubend hübscher Model-Freundin. Genauso dabei: CONVENT-Produzentin, Autorin und Darstellerin Chaton Anderson, ebenfalls sehr attraktiv und zudem noch sehr cool. Als Frau Anderson einer Reihe verdutzter Fans bei der Autogrammstunde erklärte: "This is Mike Mendez and we're his bitches" dürften sich so manche Fan-Hosen gewölbt haben. Toll war auch die Essensfrage: Auf den Weg in die Stuttgarter Innenstadt wussten wir nicht so recht, in welchen kulinarischen First-Class-Tempel wir unser Gäste einladen sollten. Nun ja, als die Drei beim Anblick eines McDonalds in hellste Verzückung ausbrachen und zielstrebig darauf zusteuerten, war auch diese Frage geklärt.

Aber kommen wir zu den GRAVEDANCERS: Schon damals erzählte uns Mendez von seinem neuen Film und dass dieses Mal alles ganz anders werden solle: Ernst und scaaarrryyyy. Um ehrlich zu sein: Ich tat das als typisches Regisseursgeschwätz ab, und dass danach 4 Jahre nichts mehr aus dem Hause Mendez kam, bekräftigte mich in meiner Meinung auch ein wenig.
Doch jetzt isses da, das neue Werk, und der Mann hat Wort gehalten: THE GRAVEDANCERS ist tatsächlich komplett anders und dürfte auch für Leute interessant sein, die Mendez nach seinen ersten zwei Filmen die Pest an den Hals wünschten. Die Geschichte dreier Freunde, die versehentlich die Geister eines minderjährigen Pyromanen, eines Axtmörders und eines Vergewaltigers erwecken und fortan von diesen terrorisiert werden ist wunderbar old-school inszeniert: Platzende Glühbirnen, seltsame Anrufe, merkwürdige Geräusche und bizarre Gestalten, auch Mendez' Haus- und Hofkomponist Joseph Bishara passt sich dem Geschehen an und greift in die Klaviatur oder lässt Streicher fiedeln. Das gerät aber nie zur bloßen Zitatensammlung, sondern ist sorgfältig und wohlüberlegt aufgebaut und verzichtet dankenswerterweise auch auf die so beliebten "Isdochnixgewesen"-Billigschocks.

Der Film ist an vielen Stellen wirklich gruselig, in der Hinsicht hat Mendez sein Versprechen gehalten. Auch billige Witzchen zur Auflockerung der Atmosphäre sucht man - fast - vergeblich. Bemerkenswert gut sind die Special F/X, für ein Produkt dieser Preisklasse wurde hier ganze Arbeit geleistet. Trotzdem: Es fällt schwer, THE GRAVEDANCERS ohne weiteres lieb zu haben, die Besetzung ist nämlich alles andere als glücklich gewählt: Die hauptsächlich aus dem TV-Bereich oder den dritten Darsteller-Reihen diverser Hollywood-Blockbuster zusammengetrommelte Darstellergruppe mauschelt sich steif durch die Geschichte, eine Chemie zwischen den Akteuren kommt nicht zustande. Überraschend mies auch der einzige big player Tchéky Karyo, hier hatte wohl jemand überhaupt keine Lust.

Dennoch: Man muss in der Liebe auch Kompromisse schließen können. THE GRAVEDANCERS hat ein paar Macken, aber auch ganz viele tolle Seiten. Die richtige Voraussetzung für eine lang währende Beziehung ist gegeben.











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