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FLAWLESS (Großbritannien 2007)

von Björn Eichstädt

Original Titel. FLAWLESS
Laufzeit in Minuten. 100

Regie. MICHAEL RADFORD
Drehbuch. EDWARD ANDERSON
Musik. PAUL ENGLISHBY . ROBERT HOUSTON
Kamera. RICHARD GREATREX
Schnitt. ALEX ANSTEY . STEPHEN BOUCHER
Darsteller. MICHAEL CAINE . DEMI MOORE . JOSS ACKLAND . JONATHAN ARIS u.a.

Review Datum. 2008-02-06
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

London, Anfang der 60er. Am Swingen ist noch nichts. Denn die mausgrauen 50er wehen noch kräftig durch die Flure der London Diamond Corporation, einem erzkonservativen Laden, in dem die ambitionierte Angestellte Demi Moore versucht, nach den Sternen einer gehobenen Managementposition zu greifen. Doch das wird nichts, denn Frauen zählen wenig in einem System der Vetternwirtschaft, des Pöstchenzuschiebens und Gemeinsameinentrinkengehens. Ein paarmal ist sie bereits übergangen worden, jetzt soll sie entlassen werden, da kommt Putzmann Michael Caine mit einer raffinierten Idee um die Ecke: "Lass uns den Laden ausräumen. Ich weiß wie, Du kommst an die Zahlenkombination und wir machen Halbehalbe." Ein bisschen Zögern, ein wenig Zaudern, doch dann geht der erstmal recht lahme Coup doch noch über die Bühne.

Was das alles soll, das scheint in der ersten Hälfte des Films recht klar. Man sehnt sich nach der Raffinesse eines OCEAN'S ELEVEN, man fragt sich, was sich Regisseur Radford bei dieser scheinbar so leicht durchschaubaren Inszenierung gedacht haben mag. Und dann… FLAWLESS kippt in der zweiten Hälfte um 180 Grad. Wo erst alles so offensichtlich schien, ist nichts mehr wirklich klar. Spielt der Putzmann ein doppeltes, ach was, ein dreifaches Spiel? War alles ganz anders, als es die Augen der modernen Überwachungskameras, die die London Diamond Corporation erstmals in ihrer Geschichte installiert hat, gesehen haben wollen? Und vor allem: Geht es hier überhaupt gar nicht um einen banalen Raub?

FLAWLESS ist kein Streifen über einen genialen Coup, er ist selbst ein genialer Coup. Denn was anfangs so harmlos aussieht, so berechenbar und banal, das entwickelt sich schließlich zu einem Film über den globalen Kapitalismus, über die Macht des Einzelnen gegen ein System der Überwachung, eine Parabel auf die Welt des Internets, des Hier und Jetzt in den Kulissen des Gestern. Michael Caine und Demi Moore bieten dabei glanzleistungen, werfen sich die Bälle zu, haben deutlich Spaß an der Sache. Nun gut: Ein absolutes Meisterwerk ist FLAWLESS vielleicht trotz allem nicht geworden. Aber ein verdammt guter Film ist Michael Radford schon gelungen, ein Film, der die Gegenwart mit der Vergangenheit unterwandert und gerade deshalb so modern geraten ist. Wirklich fein.











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