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EXPLOSIVE CITY (Hong Kong/Japan 2004)

von Thorsten Hanisch

Original Titel. BAKURETSU
Laufzeit in Minuten. 97

Regie. SAM LEONG
Drehbuch. JUNICHI "JAMES" MATSUSHITA
Musik. LEUNG CHUNG WAI
Kamera. FUNG YUEN MAN
Schnitt. nicht bekannt
Darsteller. ALEX FONG . SIMON YAM . SONNY CHIBA u.a.

Review Datum. 2004-12-09
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Nachdem der Regierungsbeamte Rong Dagung am Flughafen angeschossen wird, gelingt es der Polizei durch einen unglücklichen Zufall, den Attentäter festzunehmen. Dieser entpuppt sich als junges, japanisches Mädchen mit Amnesie (Hisako Shirata). Inspektor Tommy Yao (Alex Fong) übernimmt den Fall, bereut dies aber kurz darauf, denn am Bildtelefon muss er miterleben, wie ein Unbekannter seine Frau hinrichtet. Um seinen Sohn zu retten, wird er gezwungen, die Attentäterin während einer Haftverlagerung zu erschießen. Yao tut, wie ihm geheißen, fingiert die Erschießung allerdings, was seinem Sprössling das Leben kostet. Er flieht mit der jungen Frau, die sich schließlich an eine Kontaktperson erinnert. Yao zwingt sie, ein Treffen in einem Stadtpark zu arrangieren, was allerdings ziemlich aus dem Ruder läuft, als plötzlich schießwütige Jugendliche erscheinen und zudem noch die Polizei auftaucht. Es gibt eine Menge Verletzte und eine Leiche, wofür Yao, ebenso wie für den Tod seiner Frau, von der Polizei verantwortlich gemacht wird. Auf der Suche nach dem Verantwortlichen kommen Yao und das Mädchen auf die Spur des japanisch-russischen Mischlings Ottosan (Sonny Chiba), der in den letzten Jahren eine Menge Kids entführt und zu seiner privaten Killer-Armee ausgebildet hat. Die Waffen werden durchgeladen, die finale Konfrontation steht bevor...

EXPLOSIVE CITY ist das neueste Werk des bisher eher auf kostengünstige B-Ware spezialisierten Sam Leung, und man kann dem Herren wirklich eine langsame Steigerung attestieren. Die ersten 40min sind spannend und wissen sofort zu fesseln, mit zunehmender Spielzeit machen sich allerdings (durchaus verschmerzbare) Plotlöcher bemerkbar. Angenehm ist auch die Atmosphäre, die zwischen fiebrig (Action) und düsterer Spannung (als Yaos Frau umgebracht wird) pendelt, aber nur solange bis Sonny Chiba ins Bild kommt: Wäre er doch nur die Stimme am Telefon geblieben, denn der Streetfighter scheint irgendwie vergessen zu haben, dass er sich hier nicht mehr am Set von KILL BILL befindet: Overacting (inkl. teuflischer Lache), dass sich die Balken biegen. Dem ganzen nicht besonders zuträglich ist auch, dass er mit Sonnebrille und Mantel eher aussieht wie ein blinder Rentner auf dem Weg zum Puff als der Leiter einer Verbrecherorganisation. Sonny bildet leider auch einen völligen Kontrast zu den beiden anderen Hauptfiguren des Films. Da wäre zum einen Alex Fong (mit der meisten Screentime), der nicht nur über ein symphatisches Äußeres verfügt, sondern sich erkennbar Mühe gibt, trotz etwas eingeschränkter schauspielerischer Fähigkeiten, das Beste aus dem Drehbuch rauszuholen und auch voll und ganz überzeugt. Zum anderen wäre da Simon Yam (mit leider deutlich weniger Screentime), die wahre Bank von EXPLOSIVE CITY: Yam erfreut mich mittlerweile schon seit über 10 Jahren immer wieder in Dutzenden von Filmen und ist einem guten Wein nicht unähnlich: Er wird mit den Jahren immer besser und besser. Jede einzelne Szene mit Simon macht das Werk größer als es eigentlich ist. Vollkommen souverän spielt Mr. Charisma hier die erste Geige und reizt seine leider vom Drehbuch vernachlässigte Rolle bis aufs Letzte aus. Alle weiteren Schauspieler wie z.B. die zuckersüße Hisako Shirata sind entweder Staffage oder Randfiguren, die irgendwann im Laufe der wirklich ganz vorzüglichen Actionszenen das Lebenslicht ausgeblasen bekommen. Action gibt es in EXPLOSIVE CITY zwar nicht ganz so reichlich wie der Titel einen vielleicht vermuten lässt, wenn's aber dann mal kracht, dann kracht' s recht eindrucksvoll. Besonders zu gefallen weiß der Showdown; ein richtig sattes Ende für einen allerdings nicht so satten Film.











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