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DEATH NOTE (Japan 2006)

von Matthias Mahr

Original Titel. DESU NÔTO
Laufzeit in Minuten. 126

Regie. KANEKO SHUSUKE
Drehbuch. OISHI TETSUYA
Musik. KAWAI KENJI
Kamera. TAKASE HIROSHI
Schnitt. YAFUNE YOUSUKE
Darsteller. FUJIWARA TATSUYA . MATSUYAMA KEN'ICHI . NAKAMURA SHIDO . KAGA TAKESHI u.a.

Review Datum. 2007-12-11
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

Die Mangavorlage von DEATH NOTE gehörte von 2003 bis 2006 zu den erfolgreichsten Serien in der wichtigen Sh?nen-Sparte. (Primäre Zielgruppe: Männliche Teenager.) Da wundert es nicht, dass man schnell eine Filmadaption nachreichen wollte, die auch prompt ähnlich erfolgreich war. Nur einen Monat nach Ende der Reihe in Magazinform und damit noch vor dem 12. und de facto letzten Sammelband kam bereits der Film in die Kinos, fünf Monate später die Fortsetzung DEATH NOTE: THE LAST NAME.

Der erste Film konzentriert sich auf die Handlung der ersten drei Sammelbände, die wohl auch die besten waren. Die todbringenden Notizbücher gehören sogenannten Todesgöttern, die darin die Namen jener schreiben, die daraufhin sterben. Einer von ihnen, Ryuk, besitzt ein Death Note zuviel. Und ihm ist fad. Ergo lässt er ein Exemplar in der Menschenwelt fallen. Das verspricht immer Unterhaltung, der hochintelligente Teenager Light, der es aufnimmt, übertrifft aber alle Erwartungen. Er will mit dem Büchlein eine neue Weltordnung erschaffen, alles Böse vertilgen und auch alles Gute, das sich ihm in den Weg stellt. Es dauert nicht lang, bis sich die Polizeiapparate der Welt nur mit einem Mittel gegen die mysteriöse Todeswelle unter Verbrechern zu helfen wissen: Sie schaltet den geheimnisvollen Superdetektiv L ein, in Wahrheit ebenso jung und ebenso brillant wie Light.

Die Vorlage lebt zu einem großen Teil von den immer amüsanten, wenn auch schwerst verkausalierten Schlüssen, welche die Antagonisten aus den jeweils letzten Schritten des Kontrahenten ziehen und in dem Bereich macht der Film die meisten Abstriche. Aber auch den Haupterzählstrang dieser Episode, die Beschattung eines FBI-Agenten und die Aufnahme der Ermittlungen von dessen Verlobten nach der geheimnisvollen Auslöschung von ihm und seiner ganzen Truppe wird nur zu Beginn adäquat umgesetzt. Das Zielpublikum ist nun mal mit dem Manga vertraut und verzeiht kleine Vereinfachungen, die sich mit dem Vorwissen füllen lassen, echte Lücken, an denen man sich stoßen könnte, tun sich hier ohnedies (noch) nicht auf.
Dennoch muss man angesichts des großen Erfolges auch der Filmadaption eine ziemlich unkritische Haltung der Fanbase attestieren. Wichtig scheint dieser nur, dass rein optisch möglichst nah an der Vorlage geblieben wird. Die CGI-Todesgötter, das Death Note und L reproduzieren die Bilder des Comics exakt, lediglich Light unterscheidet sich signifikant, Fujiwara, den Star aus den BATTLE ROYALE Filmen wollte man wohl doch erkennbar belassen. Dabei wirken die Animationen von Ryuk und Konsorten ausgesprochen unrund, motion capture hätte hier Wunder bewirkt und das Death Note wirkt, da es eben ein Realfilm und kein Anime ist, wie ein Bilderbuch. Am peinlichsten aber eine Szene, in der nur Ryuks Schatten (warum denn überhaupt?) an der Wand zu sehen ist. Hierfür hat man einfach einen Scherenschnitt vor eine Lampe gehalten und nach links und rechts bewegt.
DEATH NOTE, der Film, vermag dennoch zu unterhalten, sicherlich auch und vor allem, wenn man den Manga nicht kennt. Andererseits vermag er zuletzt sogar mit einer anderen Lösung des Handlungsstrangs mit der Verlobten des FBI-Mannes zu überraschen. Die ist zwar wesentlich weniger auf den Spannungsaufbau bedacht als in der Urfassung, aber immerhin komplexer und gewiefter konstruiert. Das verhindert aber nicht, dass die Umsetzung im Ganzen recht steril und nach billigem TV-Movie riecht.











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