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DAY OF WRATH (Ungarn/Großbritannien 2006)

von Hasko Baumann

Original Titel. DAY OF WRATH
Laufzeit in Minuten. 109

Regie. ADRIAN RUDOMIN
Drehbuch. ADRIAN RUDOMIN
Musik. DAVID SCHWEITZER
Kamera. TAMÁS LAJOS
Schnitt. CLIVE BARRETT
Darsteller. CHRISTOPHER LAMBERT . BLANCA MARSILLACH . BRIAN BLESSED . SZONJA OROSZLÁN u.a.

Review Datum. 2006-09-09
Kinostart Deutschland. direct-to-video

Auf dem Cover wird Christopher Lambert mal wieder mit einem Schwert zusammengebracht. Das zeigt uns nachdrücklich, daß er niemals etwas gedreht hat, was von seinem Dasein als ewiger HIGHLANDER ablenken oder die Rolle Connor MacLeods ablösen könnte. Erwartet sich der Filmfreund nun zünftiges Swordsplay, wird er bitter enttäuscht. Zwar wurde nicht vergessen, einen recht ausgedehnten Schwertkampf einzubauen, ansonsten aber gilt: Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie DER NAME DER ROSE und SLEEPY HOLLOW mochten, Ihre Ansprüche aber dringend senken möchten.

DAY OF WRATH zeigt Lambert als versoffenen Sheriff Ruy de Mendoza, der im Spanien des 16. Jahrhunderts sein Dasein fristet. Er wittert seine große Chance, als übel zugerichtete Leichen gefunden werden und ihm niemand glauben will, was er gesehen hat und auch niemand den Tod der Unglücklichen bestätigen will, als die Leichen verschwinden. Zu meiner Überraschung läuft DAY OF WRATH auf einen sehr ernstzunehmenden Glaubenskonflikt seiner Hauptfigur hinaus und bietet dem verbitterten Mendoza keine wirkliche Erlösung seiner Pein. Und das, obwohl der Film mit sofort freigelegten Brüsten und durchgeschnittener Kehle in Großaufnahme deftig beginnt.

DAY OF WRATH will also weit mehr sein als sleaziges Videofutter. Was ihm dabei aber im Wege steht, ist Hauptdarsteller und Produzent Christopher Lambert. Der Mann ist einfach kein guter Schauspieler und wird auch keiner mehr werden. Offenbar um ausgemergelter und härter zu wirken, raunt er seine Zeilen so rachitisch daher, daß man ihm ständig eine Tüte Halsbonbons zuwerfen möchte. Man nimmt ihm nicht ab, wie sehr sich Mendoza verzehrt, seinen Zorn, seine Gier und seine Liebe. Stoisch und wie üblich etwas verheult grunzt sich Lambert durch die Szenerie.

Zu allem Überfluß wird die Mörderhatz schnell öde. Das hat auch Adrian Rudomin gemerkt, der seinen Film mit einer Pferdeverfolgungsjagd und einigen Keilereien aufpeppen will. Dadurch wirkt das Ganze aber noch unentschlossener und dementsprechend nicht gerade involvierend. Wenn am Ende dann die Schrecken der Inquisition mit der Splattersülze im Gepäck einreiten dürfen und ihre Eminenz fröhlich geifernd in pornografischen Zeichnungen blättert, ist die Dezenz dahin und DAY OF WRATH letztlich doch als sleaziges, aber leider dröges Videofutter im Regal gelandet.











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