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CLEANER (USA 2007)

von Martin Eberle

Original Titel. CLEANER
Laufzeit in Minuten. 88

Regie. RENNY HARLIN
Drehbuch. MATTHEW ALDRICH
Musik. RICHARD GIBBS
Kamera. SCOTT KEVAN
Schnitt. BRIAN BERDAN
Darsteller. SAMUEL L. JACKSON . ED HARRIS . EVA MENDES . KEKE PALMER u.a.

Review Datum. 2008-04-16
Kinostart Deutschland. nicht bekannt

"Victor, Reinigungsmann." So die knappe Vorstellung von Jean Reno. In Luc Bessons NIKITA entsorgt er kurz und eindrucksvoll Beweise geheimdienstlicher Aktivitäten. Tom Carver (Samuel L. Jackson) ist auch Reinigungsmann, allerdings von anderem Schrot und Korn. Er taucht nicht durch zwielichtige Gewässer internationaler Verwschwörer sondern dümpelt träge im Fahrwasser von häuslichen Toden und Gewaltverbrechen. Der Ex-Cop räumt auf und putzt, sobald die Spurensicherung ihren Job gemacht hat. Im Zuge seines letzten Auftrages allerdings kommt doch mehr Ungemach als gewöhnlich auf ihn zu. Es scheint etwas Verschwörerisches im Gange zu sein.

Das Drehbuch ist voller liebevoller Details und Winkelzüge, wie man es sich nur wünschen kann – wenn man sich nicht zu sehr fürchten möchte und dem müden Bregen etwas Ruhe gönnen muss. ADELHEID UND IHRE MÖRDER zu spannend? AGENTIN MIT HERZ zu verschachtelt und kompliziert? CLEANER ist ideales Entspannungsfernsehen für die Couch-Kartoffel. Vorhersehbar, tranig, öde, kongenial umgesetzt von Jackson, der sich in Vorbereitung für seine Rolle wahrscheinlich in Wartehäuschen und Postämtern rumdrückte, um den stoischen Gesichtsausdruck des komplett entleerten Bewusstseins so gut hinzubekommen. Die Nachdenklichkeit über den Verlust seiner Frau, die Introvertiertheit, bei Jackson sieht es so aus, als ob er auf dem Klo säße und auf den richtigen Moment wartete. Dauert noch. Dauert noch. Dauert noch. Jetzt? Nein, keine Eile, dauert noch.

Regisseur Renny Harlin scheint auch ratlos angesichts der Inhaltsleere in diesem Streifen. Lustlos lässt er das kleine Glück des kleinen Mannes besingen (Familie, Vaterunser und Vollbeschäftigung), und scheint ansonsten zu hoffen, die Spielfilmlänge wenigstens so leidlich füllen zu können.

Mehr konnte Harlin auch nicht tun. Die Zeiten, wo er Robert Englund durch Teenagerträume wüten lassen konnte (A NIGHTMARE ON ELM STREET 4, 1988), er Bruce Willis eine Boeing 747 in die Luft jagen liess (DIE HARD 2, 1990) oder Sylvester Stallone über die Klippe schickte (CLIFFHANGER, 1993) sind lange vorbei. Spätestens nachdem er sich mit DIE PIRATENBRAUT 1996 ins Guinnessbuch der Rekorde gebracht hat, als größter kommerzieller Flop der Filmgeschichte, kann er nicht mehr ganz so wählerisch sein. Für ihn heisst es jetzt, das, was er kriegt, möglichst sanft aus der Verlustzone zu bringen. Ein Ding der Unmöglichkeit bei dieser Ausgeburt der filmischen Ödnis. Das weiss auch der Verleih und bringt diesen schick fotografierten aber gleichzeitig so unendlich langweiligen Sonntagnachmittagschmonsens nur auf DVD raus. Zuviel der Liebesmüh. Ein Säurebad hätte es auch getan. So wie bei Victor, dem wahren, dem echten Reinigungsmann.











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